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Neue Strategie implementiert: Defizit von Pro Juventute 40 Prozent tiefer als im Vorjahr

13.05.2011
Die Stiftung Pro Juventute reduzierte ihr Defizit im Geschäftsjahr 2010[1] um rund 40 Prozent auf 3,672 Millionen Franken. Hauptgründe für das erfreuliche Ergebnis sind die angepasste Struktur, Kosteneinsparungen bei der nationalen Trägerschaft sowie die Intensivierung der Mittelbeschaffung, insbesondere bei Unternehmen. Auf Ende 2011 erwartet Pro Juventute erstmals seit 15 Jahren ein ausgeglichenes operatives Ergebnis. Die finanzielle Gesundung von Pro Juventute sei auf gutem Weg und verlaufe nach Plan, so Stiftungsratspräsident Josef Felder.

Die Stiftung Pro Juventute hat im April 2009 einschneidende Massnahmen ergriffen, um die bald 100-jährige Organisation zu sanieren. Neben strukturellen Anpassungen und Kosteneinsparungen bei der Stiftung standen insbesondere auch die Intensivierung der Mittelbeschaffung sowie die weitere Schärfung und Bekanntmachung des Angebots im Mittelpunkt. Im Geschäftsjahr 2010 zeigten sich nun erste finanzielle Auswirkungen der Kursänderung: Das Defizit konnte um gut 40 Prozent gesenkt werden. Es beträgt fürs Geschäftsjahr 2010 noch 3,672 Millionen Franken. «Damit wir den finanziellen Turnaround bis 2012 schaffen, war eine einschneidende Restrukturierung unumgänglich. 2010 war für uns das Jahr des Aufbruchs. Wir haben die neue Strategie implementiert und sehen nun, dass diese greift. Die finanzielle Gesundung unserer Stiftung ist auf gutem Wege», so Stiftungsratspräsident Josef Felder.

Strukturelle Veränderungen und Reduktion der Personalkosten

Anstelle der früheren 187 Bezirke haben sich 24 rechtlich unabhängige, meist kantonal organisierte Pro Juventute-Vereine gebildet. Durch den Wegfall der Bezirksstruktur konnten so rund eine Million Franken eingespart werden. Als Startfinanzierung hat die nationale Stiftung den Vereinen im Geschäftsjahr 2010 7,7 Millionen Franken als zweckgebundene Spenden übertragen. Es handelt sich dabei um die zweite und letzte Tranche der Startunterstützung an die Pro Juventute-Vereine. Strukturelle Veränderungen gab es auch bei den Zürcher Gemeinschaftszentren. Diese haben sich 2010 verselbständigt und sind nun von der Stiftung Pro Juventute unabhängig.

Neuausrichtung der Mittelbeschaffung

Im Rahmen der Sanierungsmassnahmen hat Pro Juventute auch die Mittelbeschaffung neu ausgerichtet, um den rückläufigen Einnahmen aus dem Briefmarkenverkauf entgegen zu wirken. Dabei setzt die Organisation auf Partnerschaften mit der Privatwirtschaft. So wurden 2010 gemeinsam mit der Aduno-Gruppe zwei Lehrmittel zur Stärkung der Finanzkompetenz lanciert. Auch 2011 will die Stiftung die Zusammenarbeit mit Unternehmen intensivieren.

Gleichzeitig setzten sich im Rahmen der Kampagne «Ich bin Pro Juventute» ab Herbst 2010 über 30 prominente Botschafter wie Bundesrat Didier Burkhalter, Nationaltorhüter Diego Benaglio oder Unternehmerin Carolina Müller-Möhl für die Bekanntmachung und Unterstützung der Angebote von Pro Juventute ein. Die Kampagne stiess auf überaus grosses Echo und ist beispielslos in der Geschichte der Kinder- und Jugendorganisation. Sie half ganz wesentlich mit, im letzten Quartal des Jahres ein gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres um 20 Prozent höheres Spendenaufkommen zu verbuchen. Total verzeichnete die Stiftung 2010 11,751 Millionen Franken Einnahmen aus Sammelaktionen (gegenüber 8,2 Millionen im Kurzjahr 2009). Die Spenden und Legate machen rund zwei Drittel der Sammeleinnahmen aus. Erträge aus dem Briefmarken- und Artikelverkauf sowie Entgelte für erbrachte Leistungen generieren ein weiteres Drittel der Einnahmen.

Erweiterung des Angebots

2010 wurde das Angebot von Pro Juventute weiter ausgebaut. Neben Lehrangeboten, die die Finanz- und Medienkompetenz fördern, hat Pro Juventute 2010 auch die Informationsplattform Pro Juventute Gametest lanciert, auf der pädagogisch wertvolle Computerspiele gelistet werden. Neuerungen gab es im vergangenen Jahr auch bei den bewährten Angeboten. So erhielten die beliebten Elternbriefe ein neues Erscheinungsbild. Und die Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 verfügt nun über eine spezielle Funktion, damit Anrufe von Kindern in Not rascher bedient werden können. Eine besonders wichtige Neuerung, wendet sich doch pro Tag mindestens ein Kind an Pro Juventute, das Suizid gefährdet ist.

Die Stiftung beobachtete überdies ein verstärktes Bedürfnis nach Angeboten zur Förderung der Medien- und Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen sowie das Bedürfnis nach Beratung bei den Eltern. Die Stiftung will daher 2011 und 2012 einen Fokus auf die Entwicklung von Dienstleistungen im Bereich Medien und Konsum sowie zur Unterstützung von Eltern und damit ihrer Kinder legen.

Unerlässliche Dienstleistungen für Kinder, Jugendliche und Eltern

Jährlich offeriert Pro Juventute Angebote für über 300'000 Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern. Alleine über die Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 ist die gemeinnützige Organisation täglich für mehr als 400 Kinder und Jugendliche in Not eine wichtige kostenlose Anlaufstelle. 60‘000 Kinder können jedes Jahr dank des Pro Juventute Ferienpasses ihre Schulferien sinnvoll gestalten. Und 60 Prozent aller jungen Eltern in der Schweiz erhalten mit den Pro Juventute Elternbriefen laufend nützliche Informationen für den Alltag mit ihrem ersten Kind. Mit den neu entwickelten Angeboten Pro Juventute Kinder-Cash, Pro Juventute Potz Tuusig, Pro Juventute Gametest und Pro Juventute Handyprofis stärkt Pro Juventute zudem die Medien- und Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz.

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[1] Auf das Geschäftsjahr 2010 hin wurde auf das Kalenderjahr als Berichtsjahr umgestellt. Ein Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 ist daher nur bedingt möglich. Dieses dauerte aufgrund der Umstellung lediglich 9 Monate (1. April 2009 bis 31. Dezember 2009).

 

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Wir machen uns stark für Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern in der Schweiz

Pro Juventute unterstützt Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern auf dem Weg zu selbst- und sozialverantwortlichen Persönlichkeiten. Mit vielfältigen Angeboten hilft die Stiftung direkt und wirkungsvoll. Sie bietet spannende und gut frequentierte Dienstleistungen wie die Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 oder der Elternberatung von Pro Juventute an. Davon profitieren jährlich über 300‘000 Kinder und Jugendliche und rund 100‘000 Eltern in der Schweiz.

www.projuventute.ch  www.projuventute-elternberatung.ch

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