Sexting kann dich berühmt machen. Auch wenn du es gar nicht willst.

Mit der Aufklärungskampagne sensibilisiert Pro Juventute Jugendliche und ihr Umfeld für Cyberrisiken und zeigt Betroffenen, dass sie bei der Notrufnummer 147 Hilfe finden. Unter dem Slogan‚ 'Sexting kann dich berühmt machen'. Auch wenn du es gar nicht willst.‘ macht die Organisation darauf aufmerksam, dass der Missbrauch von intimen Fotos harte Konsequenzen haben kann – für Betroffene wie für Täter.

Was ist Sexting

Der Ausdruck Sexting setzt sich aus den beiden englischen Wörtern ‚sex‘ und ‚texting‘ zusammen und bezeichnet den Austausch selbst produzierter intimer Fotos von sich oder anderen via Internet oder Mobiltelefon. Die Fotos werden einer bestimmten Person oder Personengruppe, über Textnachrichten, Instant Messaging oder Social-Media-Plattformen, zugänglich gemacht. Dabei lassen sich Jugendliche manchmal unbewusst durch Gruppendynamik beeinflussen oder gar unter Druck setzen. Sexting ist nicht zu verwechseln mit dem Versenden anonymer, nicht selbst produzierter pornografischer Darstellungen.

Wie kann ich mich schützen?

Wichtig ist, dass Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen sich bewusst sind, welche Risiken das Versenden von intimen Fotos haben kann und wo sie in solchen Fällen Unterstützung finden. In den Merkblättern erhalten Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen spezifische Informationen, wie sie sich präventiv vor Cyberbelästigung schützen können. Zusätzlich bietet die App Cyber-Risiko-Check praxisnahe Tipps und Tricks.



Konkrete Fälle

Dies sind Beispiele für Hilferufe, wie sie bei der Notrufnummer 147 per SMS eingehen. Zum Schutz der Betroffenen sind sie anonymisiert.

Ich habe einen Freund, der Nacktfotos von mir will!

Ladina 14, aus Aarau: Ich habe ein Problem! Ich habe einen Freund, der Nacktfotos von mir will! Aber mir ist das sehr peinlich und habe Angst, dass er dann Schluss machen wird, wenn ich ihm diese Fotos nicht schicke!

Beratung + Hilfe 147: Hi. Gut, schreibst du uns. Es ist sehr gefährlich, anderen Menschen Nacktaufnahmen von sich zu schicken. Viele haben dies schon bereut, wenn sie plötzlich auf anderen Handys und im Internet ihre Bilder wieder finden. Du musst nichts machen, wobei du dich unwohl fühlst. Wenn er dich wirklich liebt, dann respektiert er dein Nein. Sollte er dich weiterhin zu solchen Taten drängen, wäre es unter Umständen gut, dir zu überlegen, ob eine solche Beziehung für dich noch stimmig ist. Dein 147

Sie hat es allen gezeigt. Was soll ich tun?

Kai 13, aus Bern: Ich habe gestern ein Foto von meinem Penis auf Snapchat einem Mädchen geschickt nun hat sie es allen gezeigt und ich will nicht, dass es noch mehr sehen oder wissen. Ich bin am Anschlag und würde mich jetzt gerne selber umbringen (keine Angst ich tue es nicht). Was soll ich tun?

Beratung + Hilfe 147: Hallo, gut, dass du schreibst. Ein Mädchen hat ein Bild von dir herumgezeigt. Verständlich, dass dich die Situation belastet. Wir sind froh, dass Umbringen für dich keine Lösung ist. Was sie gemacht hat ist nicht in Ordnung, sie macht sich damit strafbar, d.h., du könntest sie anzeigen. Vielleicht reicht es schon, wenn du ihr sagst, dass du sie anzeigst, wenn sie nicht aufhört. Kannst du mit jemandem darüber reden? Du kannst auch uns anrufen (24H), um einen Weg suchen. Dein 147

Er droht miar,
si z'veröfentlicha!

Tina 15, aus Chur: Eina het privati Bilder vo miar und droht miar, si z veröfentlicha. Was kan ma macha?

Beratung + Hilfe 147: Hallo. Gut, informierst du dich und lässt dich nicht einschüchtern. Falls er die Bilder ohne deine Zustimmung jemandem zeigt oder veröffentlicht, macht er sich strafbar. Am besten erklärst du ihm das und sagst, dass er die Drohun-gen sein lassen soll. Wenn es eine Internetbekanntschaft ist, kannst du ihn auch auf der entsprechenden Internetseite (z.B. Facebook) melden. Liebe Grüsse, dein 147


Jugendliche erklären ihre Welt im Netz.

Der Aufklärungs-Kurzfilm bietet Eltern Einblick in die Online-Welt der Jugendlichen. Damit Eltern informiert sind und Cyberrisiken in die Aufklärung ihrer Kinder integrieren können.

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