Ideen für bespielbare Städte

24.05.2018

Spielfestival von Pro Juventute in Biel

Die für das freie Kinderspiel wichtigen, unbenutzten Flächen in den Städten nehmen ab, die verbleibenden gestaltbaren Räume werden von vielen unterschiedlichen Interessen und Nutzungen beansprucht. Das Recht der Kinder auf Spiel darf dabei nicht vergessen gehen. Denn Kinder in der Schweiz spielen nur noch 29 Minuten pro Tag selbstständig und ohne Aufsicht draussen. Dies hat eine im Jahr 2016 von Pro Juventute in Auftrag gegebene Studie ergeben. Das Pro Juventute Spielfestival am 25. & 26. Mai 2018 in Biel soll die Entwicklung von bespielbaren Städten fördern und dazu beitragen, dass die Diskussion über die Rolle des Spiels in Stadtentwicklungsprozessen geführt wird.

An der Konferenz zum Thema bespielbare Städte diskutieren Expertinnen und Experten aus Architektur, Raumplanung, Landschaftsarchitektur, Sozialer Arbeit, Spielraumgestaltung und Kunst und Design einerseits über das Potential des Spiels auf urbane Lebensräume und andererseits über die Gestaltung, Nutzung und Bedeutung von Spielräumen für eine Stadt. Am 26. Mai, dem Weltspieltag, findet parallel zur Konferenz eine öffentliche Spielaktion auf der Esplanade in Biel statt.

Kinderspiel in den Städten bedeutet Lebensqualität für alle

Das Kinderspiel braucht wieder mehr Platz in den urbanen Zentren der Schweiz und darf nicht nur in den Nischen der Spielplätze stattfinden. An Orten, wo Spielen möglich ist, ist auch Begegnung, Bewegung und Naherholung möglich – auch im urbansten Umfeld. Entsprechend dem Trend der zunehmenden Urbanisierung, werden Städte die wichtigsten Orte sein, wo die nächsten Kindergenerationen aufwachsen. Pro Juventute setzt sich dafür ein, dass in dieser Entwicklung das Recht der Kinder auf Spiel nicht vergessen geht. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der kinderfreundlichen Gestaltung urbaner Räume und den Zielen der Städte, eine aktive, gesunde und nachhaltige Gemeinschaft zu unterstützen. Eine Stadt, in der Kinder selbständig spielen und sich bewegen können, ist ein Ort der Lebensqualität für alle Altersgruppen.

Bedürfnisse von Kindern in die Raumplanung einbeziehen

Die Bedürfnisse von Kindern fest in die Raumplanungsprozesse zu integrieren, ist deshalb ein Anliegen von Pro Juventute. Wichtig ist, dass bei der Planung und Gestaltung von Flächen vielfältige Nutzungen und Gestaltungen möglich sind. Kinder müssen Räume verändern und in ihr Spiel integrieren können. Das hat positive Effekte auf das gesamte Zusammenleben in einem Quartier und einer Stadt. Orte wo sich Kinder frei bewegen und diese prägen und verändern können, wirken insgesamt positiv auf eine Stadt und haben das Potential, um Veränderungsprozesse in Gang zu bringen, so dass sich Räume von so genannten Unorten in attraktive Orten verwandeln können.

Erneuertes Engagement von Pro Juventute für Spielräume

Das Engagement für das Thema Spiel und Spielräume von Pro Juventute hat vor etwa 80 Jahren angefangen. Der Erfolg der Robinsonspielplätze in der Schweiz ist unter anderem dem damaligen Engagement von Pro Juventute zu verdanken. Mit dem Hintergrund, das freie Spiel zu fördern, wurden auch normale Spielplätze gestaltet. Dieses Know-how hat Pro Juventute bis 2005 sogar mit einer Spielplatzberatung vermittelt. Auch die Gemeinschaftszentren in der Region Zürich wurden ursprünglich von Pro Juventute ins Leben gerufen. Die Gemeinschaftszentren, die teilweise als Robinsonspielplätze entstanden sind, sind gute Beispiele von Spielräumen, die zu Orten der Begegnung für das Quartier geworden sind. Die Spielkonferenz nimmt die Tradition und Idee des Einsatzes von Pro Juventute für bespielbare Städte als Begegnungsraum wieder auf.

«Bespielbare Städte» & Spielaktion

Experten und Expertinnen diskutieren über das Spiel als Werkzeug, um an der Ausgestaltung der Stadtkultur mitzuwirken und über Gestaltung, Nutzung und Bedeutung von Spielräumen für eine Stadt. Durch den Austausch zwischen Raumbespielenden aus den Disziplinen Urban Design, Architektur, Landschaftsarchitektur, Raumplanung, Soziale Arbeit, Kunst und Design sollen die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen zugänglich gemacht werden.

Die Spielkonferenz verbindet fachliche Inputs und Referate mit konkreten Spielaktivitäten und Workshops, die eine spielerische Atmosphäre schaffen und das Thema «Bespielbare Städte» im städtischen Raum konkretisieren.

Termin:
25. Mai 2018 und  26. Mai 2018

Tagungsort:
Biel/Bienne Kongresshaus

Weitere Informationen: https://www.projuventute.ch/Spielfestival-2018.3911.0.html

 

 

Wir machen uns stark für Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern in der Schweiz

Pro Juventute unterstützt Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern auf dem Weg zu selbst- und sozialverantwortlichen Persönlichkeiten. Mit vielfältigen Angeboten hilft die Stiftung direkt und wirkungsvoll. Sie bietet spannende und gut frequentierte Programme und Dienstleistungen, wie die Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 oder die Pro Juventute Elternberatung an. Davon profitieren jährlich rund 270'000 Kinder und Jugendliche und 100‘000 Eltern in der Schweiz.

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