Familie & Gesellschaft

Familienideen für den Corona-Winter

Inzwischen ist die Zuversicht der Sommermonate verschwunden. Das Virus ist immer noch da und wir müssen uns erneut einschränken. Wie geht es Eltern und Kindern, wenn die ganze Familie wieder vermehrt zu Hause ist? Ein paar Ideen, um die nächsten Wochen zuversichtlicher anzugehen.
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Familie backt zusammen. Ideen für den Corona-Winter.

Wie der Herbstwind die Blätter, so hat die zweite Corona-Welle unsere wiedergewonnene Zuversicht weggefegt. Der Elan, der uns im Frühling angetrieben hat, aufzuräumen, gemeinsam zu basteln oder die Kochkünste zu erweitern, ist einer gewissen Resignation und Antriebslosigkeit gewichen. Vermehrt sollen wir wieder zu Hause bleiben und unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum begrenzen. Und das ausgerechnet im Winter, einer Zeit, die vielen Leuten schon unter normalen Umständen Mühe bereitet. Das macht Angst, frustriert oder wirkt lähmend. Nun brauchen wir Geduld mit uns selbst und mit unserem Umfeld.

Sorgfalt im Umgang miteinander

Vielleicht fällt uns die Decke auf den Kopf, weil nur im Home-Office arbeiten auf die Dauer doch etwas einsam ist. Oder wir kommen erschöpft nach Hause, nachdem wir am Arbeitsplatz oder in der Schule den ganzen Tag eine Maske tragen mussten. Oder die Kinder haben Angst, dass sie vielleicht bald wieder zu Hause bleiben müssen. Oder Eltern machen sich sorgen, weil sich ein Familienmitglied nicht gut fühlt. Es braucht also nicht viel, bis die Stimmung kippt. Umso wichtiger, dass wir einander mit dem nötigen Feingefühl begegnen, einander zu hören und gemeinsam lachen. Auch wenn uns das Lachen zwischendurch vergeht, Humor hilft über vieles hinweg.

Nach Perlen im Alltag suchen

Dass wir Dingen nachtrauern, die momentan nicht möglich sind, ist normal. Und doch bringt uns das nicht weiter. Wahrscheinlich fühlen wir uns besser, wenn wir uns auf all das fokussieren, was wir noch haben. Beispielsweise, dass wir die Natur geniessen, mit Nachbarn plaudern oder unser Haustier umsorgen können. Dass uns die digitalen Errungenschaften, das zu Hause bleiben vereinfachen und wir uns virtuell vernetzen und in Kontakt bleiben können.

Auflockerungen für die Zeit zu Hause

Versuchen wir dem Winter auch positive Seiten abzugewinnen. Nisten wir uns an den Abenden bei Kerzenlicht gemütlich zu Hause ein. Verabreden wir uns zwischendurch auf ein Treffen im Park und wärmen uns mit heisser Schokolade oder einem stärkenden Punsch aus der Thermoskanne. Gespickt mit kleinen Highlights klingen die nächsten Monate nur noch halb so schlimm. Ein paar Ideen, um sich die Zeit zu vertreiben oder auf andere Gedanken zu kommen.

Um die momentane Unsicherheit besser auszuhalten, ist es hilfreich, sich auf positive Aspekte zu stützen und die Lichtblicke des Alltags noch mehr zu schätzen.

Riesenpuzzle lösen

Ein angefangenes Puzzle übt eine gewisse Anziehungskraft aus. Als Familie kann man entweder ein grosses Puzzle wieder hervorholen oder ein neues Riesenpuzzle suchen und bestellen. In der Wohnung eine Ecke bestimmen, wo die Teile nach Lust und Laune zusammengefügt werden, bis das Gemeinschaftswerk irgendwann fertig ist. Ob allein, zu zweit oder als ganze Familie puzzeln macht Spass und lenkt ab.

Familienadventskalender

In diesem Jahr könnte man ja auch mal gemeinsam einen Familienadventskalender kreieren. Zuerst gemeinsam festlegen, ob jedes Familienmitglied selber entscheiden darf, was eingefüllt wird oder ob es gewisse Vorgaben zu erfüllen gibt. Vielleicht muss jedes Familienmitglied eine Aktivität ausdenken, die man an am «Kalenderöffnungstag» als Familie macht. Beispielsweise gemeinsam kochen, einen Abendspaziergang mit Taschenlampen unternehmen, wieder mal Eile mit Weile oder Fang den Hut spielen, eine Geschichte erzählen usw. Je nach Grösse der Familie muss jedes Familienmitglied mehr oder weniger Ideen beisteuern bis alle Türchen, Säckchen oder Couverts gefüllt sind.

Auf der Suche nach Details

Jedes Familienmitglied fotografiert mit dem Smartphone in der Wohnung, auf der Terrasse oder im Garten irgendeinen Ausschnitt eines Gegenstands, einer Pflanze, einem Spielzeug, Instrument. Beim Anschauen beginnt nun beginnt das grosse Rätseln, was und wo da sein könnte. Ob es nur ums Raten geht oder ob es darum, geht, wer die höchste Trefferquote hat, kann jede Familie selber entscheiden.

Hitparade zu Hause

Beim Karaoke Singen verwandelt sich ein langweiliger Abend zu Hause sogleich in einen vergnüglichen Anlass. Jedes Familienmitglied macht sich auf die Suche nach einem Song und überlegt sich, wie die Darbietung aussehen soll. Tipps zur Vorbereitung, Anleitung für eine Karaoke Party und Songs zum Mitsingen finden sich im Internet zu Hauf. Ein Spass für alle Singtalente.

Ideen für Sprachspielereien

Sprachspielereien regen die Fantasie an und sind ein unterhaltsamer Zeitvertrieb. Mit Worten lässt sich jonglieren. Zum Beispiel in dem man neue Wörter erfindet, wie «Butterbrotschmatzer»; Wörter neu kombiniert, wie Hausaufgabendetektivin; Wortungetüme bildet, wie Unterwassertiefseetaucherbrille. Oder man macht sich auf die Jagd nach Reimwörtern, wie Regen und fegen. Wer möchte kann, die neuen Wörter und Wortkreationen aufschreiben und am Schluss entscheiden, welches das lustigste ist oder bloss mündlich fabulieren. Die Spielregeln setzt jede Familie selber.

Auch gemeinsam Geschichten erfinden, ist kurzweilig. Jemand macht den Anfang, erzählt eine Weile und hört plötzlich mitten im Satz auf. Nun muss die nächste Person nahtlos weitererzählen. Oder man stellt die Frage: Was wäre wenn ... Gemeinsam überlegt man sich, was passiert, wenn es Sterne regnet oder die Wohnung sich in ein Hausboot verwandelt. Bestimmt purzeln die Ideen nur so, wenn die Fantasie in Gang gesetzt wurde. Wer befürchtet, das Ganze könnte uferlos sein, kann die Fabulierphase auch zeitlich begrenzen.