Schule & Ausbildung

Schlüsselkompetenzen, die Kinder brauchen

Um in der Berufswelt zu bestehen, benötigen Jugendliche Interesse, Neugier und Bereitschaft, sich mit komplexen Themen auseinanderzusetzten. MINT-Berufe (Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft bedeutungsvoll und bieten eine Bandbreite an beruflichen Perspektiven. Kinder, die von den Eltern zum Forschen und Experimentieren angeregt werden, haben eine gute Grundlage.
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Teenager macht Versuche mit Robotic und entwickelt digitale Kompetenzen.

Neugier ist der Schlüssel, um sich auf die Suche nach Antworten zu machen. Kinder möchten die Welt entdecken und Dinge verstehen. Deshalb stellen sie Fragen, die oft das Wissen der Eltern übersteigen. Solche Fragen sollten ernstgenommen und nicht im Keim erstickt werden. Gemeinsam nach Antworten zu suchen, macht Spass und erweitert den Horizont. Durch ihre Haltung fördern Eltern die Lust am Forschen und Entdecken. Ausprobieren, wie etwas funktioniert oder herausfinden, weshalb Dinge sind wie sie sind, ist spannend und anregend zugleich. Experimentieren löst tolle Aha-Momente aus. Beim Tüfteln entdecken Kinder Zusammenhänge oder merken: Immer wenn ich das mache, passiert das. 

Kompetenzen, die es braucht 

Für ein gelungenes Berufsleben braucht es Neugier und das Wissen um die persönlichen Interessen, Stärken und Talente, aber auch Fähigkeiten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik sowie digitale Kompetenzen. Wichtig sind vor allem auch Selbst- und Sozialkompetenzen. Gefragt sind zudem Flexibilität, die Fähigkeit Probleme zu lösen, Kreativität, Ausdauer, Eigeninitiative und Teamfähigkeit. Wichtig ist zudem ein grundlegendes Verständnis für digitale Zusammenhänge. Erst wenn wir die Denkweise des Computational Thinkings verstehen, beherrschen wir die Sprache der Computer. Diese Fähigkeit ermöglicht uns, mit Maschinen erfolgreich zusammenzuarbeiten. All diese Kompetenzen sind für die berufliche Zukunft von jungen Menschen zentral. 

Berufswelt im Wandel

Angebote wie ein Auto über Mobility zu reservieren, die Ferienwohnung im Internet zu mieten oder Nahrungsmittel online nach Hause liefern zu lassen, eröffnen neue Möglichkeiten. Diese technologischen Angebote führen zu gesellschaftlichen Veränderungen und wirken sich zunehmend auf die Arbeitswelt aus. Auch in herkömmlichen Berufen werden Aufgaben immer mehr online abgewickelt. Nach und nach verschwinden Post-, Bahn- und Bankschalter und persönliche Beratungen im Detailhandel. Weil der Computer bei der Berechnung von Analysen weniger Fehler macht, verändern sich auch die Aufgaben von Finanzleuten. 

Neue Arbeitsfelder 

Durch die Automatisierung, den Trend zur Digitalisierung und die flexibleren Arbeitsstrukturen entstehen gleichzeitig neue Berufe. Unter anderem braucht es Spezialistinnen und Spezialisten in Cyber-Sicherheit, für künstliche Intelligenzen und Kommunikationstechnologien. Um der Nachfrage gerecht zu werden und mit dem wachsenden Konkurrenzkampf mitzuhalten, sind junge Talente begehrt.

Berufliche Aussichten

Bis 2030 müssen in der Schweiz rund eine halbe Million Stellen besetzt werden. Ein Grossteil dieser Stellen ist im MINT-Bereich angesiedelt. In einer Lehre oder einem akademischen Studium erwerben sich junge Menschen die benötigten Kenntnisse. Möglich ist auch, beide Ausbildungswege zu kombinieren. Fachleute, die über eine Ausbildung in Naturwissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen oder Mathematik verfügen, sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt

Vorbehalte und Vorurteile

Vor MINT-Fächern haben Jugendliche oftmals Respekt. Um unbekannte Berufsfelder zu erkunden, braucht es die nötige Bereitschaft. Eltern, die grundsätzlich offen sind, tragen dazu bei, auch bei der Berufswahl solche Vorbehalte zu durchbrechen. Jugendliche mit weniger schulischen Ressourcen finden im mathematischen, naturwissenschaftlichen und technologischen Bereichen ebenfalls Ausbildungsmöglichkeiten, die sich später ausbauen lassen.  

Forschung und Fortschritt

Errungenschaften, die unser Leben verbessern und unseren Alltag erleichtern, basieren auf einem Zusammenspielen von unterschiedlichen Fachdisziplinen. Unsere höhere Lebenserwartung verdanken wir Forschenden aus Hygiene, Medizin und Biowissenschaften. Dass wir schnell und problemlos von Ort zu Ort reisen können, ist der Verdienst von Ingenieurinnen und Ingenieuren, Mathematikerinnen und Mathematikern sowie Elektronikspezialistinnen und -spezialisten. Funktioniert unser Mobiltelefon nicht, suchen MINT-Fachpersonen nach dem Problem. Um den Klimawandel anzugehen, braucht es MINT-Fachleute, die beispielsweise in den Bereichen Geologie, Klimatologie, Statistik oder Biologie aktiv sind. Auch für die Klimajugend stehen eine Vielzahl von Berufen zur Auswahl, die unterschiedliche Interessen und Persönlichkeiten ansprechen. 

Ein breitgefächertes Berufsfeld

Um Entwicklungen anzustossen oder zu verwirklichen braucht es Wissenschaftler und Forschende mit Ideen. Doch ohne Unterstützung durch Fach- und Berufsleute könnten diese «Daniel Düsentriebs» ihre Erfindungen kaum realisieren. Neben theoretischen Kenntnissen sind die Praktikerinnen und Praktiker ebenso gefragt. Erst, wenn Leute mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Stärken sich gegenseitig ergänzen, sind Fortschritte möglich. Und genau deshalb sind die beruflichen Zukunftschancen heutzutage so vielfältig.   

Tipps für Eltern

  •  Regen Sie Ihr Kind an, Fragen zu stellen und im Alltag, in der Natur oder bei technischen Funktionen, Zusammenhänge zu hinterfragen.
  • Betrachten Sie die Welt zusammen mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn neugierig und wissbegierig. So unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Dinge zu erforschen, die es vielleicht nie in Frage gestellt hätte. 
  • Kinder, die Dinge erforschen und verstehen möchten, bauen auf natürliche Weise ihre Stärken aus. Oder gleichen durch unermüdliches Ausprobieren gewisse Schwächen allmählich aus. 
  • Gemeinsam lernen macht Spass. Machen Sie sich zusammen auf die Suche nach Antworten. Es spielt keine Rolle, wenn Sie vieles noch nicht wissen.
  • Fördern Sie einen konstruktiven Umgang mit digitalen Medien im Erziehungsalltag.
  • Setzen Sie sich gemeinsam mit den Veränderungen in der Welt auseinander und diskutieren Sie mit Ihrem Kind welche Zukunft es sich wünscht.