Schule & Ausbildung

Arbeitswelt im Wandel – so gelingt die Berufswahl

Schweizer Jugendliche müssen schon sehr früh mit der Planung ihrer beruflichen Laufbahn beginnen. Eltern spielen in diesem Prozess eine wesentliche Rolle. Ob bei der Berufs- oder Studienwahl, Jugendliche brauchen Unterstützung sollten aber selber auswählen und entscheiden.
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Mutter unterstützt Sohn bei der Berufswahl. Sie informieren sich online über Berufsmöglichkeiten.

Jedes Kind hat eine eigene Persönlichkeit und verfügt über andere Fähigkeiten. In einer Welt, die sich derart schnell verändert, ist es bedeutsam, eigene Begabungen und Talente zu entwickeln. Um die Zukunft mitzugestalten, ist es wichtig mit der wachsenden Digitalisierung Schritt zu halten. Technologische Entwicklungen beeinflussen alle Lebensbereiche. Sich als Familie gemeinsam mit Veränderungen in der Berufswelt auseinanderzusetzen, ist deshalb zentral.

Berufliche Vielfalt entdecken

Jugendliche müssen erst einmal entdecken, wer sie sind, was sie mögen und was sie können. Sie sollten ohne Erwartungen an die Berufswahl, eine Vielfalt an Berufen erkunden. Diese Freiheit ermöglicht dem Kind, sich für einen Beruf zu entscheiden, der auf seinen eigenen Vorlieben gründet. Gespräche mit Lehrpersonen, Familienangehörigen oder Freunden sind ein guter Ausgangspunkt. Ebenso wichtig sind erste Einblicke in den Berufsalltag durch Praktika oder Schnuppereinsätze. 

MINT-Berufe bieten Chancen

MINT-Berufe (beinhalten die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind dynamische Gebiete, die sich ständig weiterentwickeln und miteinander vernetzen. Lange schienen MINT-Berufe Hochschulabgängerinnen und -abgängern vorbehalten zu sein. Doch die Berufsbildung bietet genauso vielfältige Möglichkeiten. Beispielsweise braucht es bei der Medizintechnik gleich viel Interesse für medizinische Themen und Patientinnen oder Patienten wie Leidenschaft für Technik. Für Mediamatiker ist ein Gefühl für die Kundschaft ebenso wichtig wie ein technologisches Verständnis für die Umsetzung. Wenn Kinder ein grundsätzliches Interesse an MINT-Themen zeigen, lohnt es sich darauf einzugehen. Möglicherweise eröffnen sich unerwartete Perspektiven. 

Neue Möglichkeiten prüfen

Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder und wünschen ihnen Glück und Erfolg. Ein wichtiger Faktor, um dieses Glück zu beeinflussen, ist die berufliche Zufriedenheit. Schülerinnen und Schüler, die sich von ihren Eltern unterstützt und geliebt fühlen, besitzen ein grösseres Vertrauen in ihre Fähigkeiten und erkunden unterschiedliche berufliche Optionen. Menschen gehen meistens von dem aus, was sie bereits kennen, sich auf Neues einzulassen bedeutet eine Hürde zu überwinden. Interessiert sich das Kind für einen wenig bekannten Beruf, sollten Eltern sich ebenfalls darauf einlassen. 

Interesse und Fähigkeiten in Einklang bringen

Jugendliche, die eine Arbeit wählen, die ihnen entspricht, entwickeln mehr Motivation, eine bessere Ausdauer und sind längerfristig zufriedener in ihrem Beruf. Eltern tragen dazu bei, dass junge Menschen ihre Interessen, Träume und Fähigkeiten in Einklang bringen mit den Ansprüchen an finanzielle Sicherheit und Lebensqualität. Bewusst oder unbewusst, geben Eltern ihr Wissen über die Berufswelt, ihre Überzeugung und Einstellung gegenüber der Arbeit weiter. Ab der frühen Kindheit verinnerlichen Kinder die Erwartungen ihrer Eltern. Werden Entscheidungen zu stark von den elterlichen Vorlieben geprägt, kann es passieren, dass das Kind später eine Tätigkeit ausübt, für die es sich im Grunde nicht wirklich interessiert. 

Begleiten und loslassen

Im schwierigen und komplexen Prozess der Berufswahl benötigen Jugendliche die Begleitung ihrer Eltern. Wertvolle Unterstützung kann ihnen in unterschiedlicher Form geboten werden: gemeinsame Gespräche und Diskussionen, Abbau von Hemmschwellen, Unterstützung durch Kontakte zu Berufsleuten oder auch durch Interesse und Nachhaken im Fortschritt des Berufswahlprozesses. Balance zu halten zwischen begleiten und loslassen ist für Eltern nicht einfach. Heranwachsende, die gelernt haben, sich offen mit Neuem auseinanderzusetzen, vertrauen ihrem Einschätzungsvermögen und sind auch im Berufswahlprozess fähig, selber zu entscheiden.

Weichen für ein zufriedenes Leben

Die Berufswahl ist eine wichtige Entscheidung. Erste Weichen für die berufliche Zukunft werden gestellt, aber keine Wahl fürs ganze Leben getroffen. Das Schweizer Bildungssystem ist nach dem Prinzip der Durchlässigkeit ausgerichtet. Nach einem Abschluss gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Wissen weiter zu vertiefen, die Richtung zu ändern oder Kenntnisse zu erweitern. Also, kein Abschluss, ohne Anschluss!

Tipps für Eltern

  • Helfen Sie Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn, sich selbst zu entdecken und die eigenen Stärken und Interessen zu erkennen.
  • Setzten Sie sich gemeinsam mit den Veränderungen des Arbeitsmarktes auseinander und prüfen Sie auch die spannenden Perspektiven von MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).
  • Entdecken Sie zusammen die enorme berufliche Vielfalt. Führen Sie Gespräche und helfen Sie Ihrem Kind, erste Einblicke in den beruflichen Alltag zu gewinnen.
  • Denken Sie daran, dass die Berufswahl zwar ein bedeutsamer Schritt ist, dass Anschlusslösungen oder ein Richtungswechsel nach einem Abschluss möglich sind. 
  • Die Auseinandersetzung mit der Berufswahl ist zwar eine Familiensache, doch lassen Sie Ihr Kind selber entscheiden, welche berufliche Richtung es einschlagen möchte.
  • Wählt Ihr Kind eine Arbeit, die es interessiert, entwickelt es eine grosse Motivation, mehr Ausdauer und ist längerfristig zufriedener in seinem Beruf.

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