Schule & Ausbildung

Bewerben im digitalen Raum

Der Bewerbungsprozess im digitalen Zeitalter stellt Kinder und Eltern vor neue technische Herausforderungen. Um sich in der virtuellen Welt zurechtzufinden, sind zusätzliche Kompetenzen gefragt.
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Vater unterstützt seinen Sohn beim digitalen Bewerbungsprozess. Pro Juventute gibt Tipps dazu.

Bewerbungsunterlagen online einzureichen wird langsam zur Regel. So vereinfacht sich für viele Betriebe die Vorauswahl künftiger Mitarbeitenden. Zunehmend häufiger werden aber auch erste Vorstellungsgespräche im digitalen Raum geführt und diese Entwicklung nimmt stetig zu. Dabei lautet der Grundsatz: Was für den persönlichen Kontakt gilt, gilt beim virtuellen Austausch genauso. Damit das Vorstellen über den Bildschirm erfolgsversprechend ausfällt, gibt es zusätzliche Punkte zu beachten.

Online-Bewerbung leicht gemacht

Handschriftliche Bewerbungsbriefe und selbst gestaltete Deckblätter sind heutzutage Unikate und höchstens noch in gestalterischen Berufen vorteilhaft. Immer mehr Betriebe stellen auf die digitale Rekrutierung um und wünschen von den Stellensuchenden Online-Bewerbungen – auch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Eine Bewerbung ist auch in elektronischer Form eine Visitenkarte und sollte individuell und übersichtlich gestaltet werden. Auf der Lehrstellenbörse Yousty erfährt man, was bei Online-Bewerbungen speziell zu beachten ist.

Wichtig ist auch, sich Gedanken über den eigenen Auftritt in Sozialen Medien zu machen. Was findet ein möglicher Arbeitgeber im Internet über die Bewerberin oder den Bewerber? Am besten eignet sich also ein vorgängiger Check der persönlichen Profildaten, wie Kommentare und Fotos. Unseriöse oder missverständliche Inhalte sollten aus dem Profil entfernt werden.

Sorgfältig vorbereitet ist halb gewonnen

Wird jemand zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, ist das ein äusserst positives Zeichen und Grund zur Freude. Nur einzelne Kandidatinnen und Kandidaten überzeugen mit ihrem Bewerbungsdossier und werden zu einem Gespräch gebeten. Was muss man beachten, wenn das Vorstellungsgespräch online stattfindet? Wie können Eltern ihre Tochter oder ihren Sohn bei diesem Ereignis bestmöglich unterstützen? Genau wie bei einem persönlichen Kennenlernen braucht es eine umfassende Vorbereitung und das Vorgehen ist sehr ähnlich. Ausführliche Informationen finden sich zum Beispiel auf berufsberatung.ch. Der Vorteil eines virtuellen Vorstellungsgesprächs liegt jedoch auf der Hand: Das Kind bleibt in seiner gewohnten Umgebung und kann selbst zu den optimalen Bedingungen beitragen. Trotzdem helfen bei Online-Vorstellungsgesprächen nachfolgende Vorbereitungen, damit beim «Go-Live» alles funktioniert.

Sich mit der Technik vertraut machen

Bei der Terminvereinbarung gibt der Betrieb bekannt, über welche Software-Plattform (z. B. Teams, Skype, Zoom) das digitale Gespräch stattfindet und gibt die wichtigsten Informationen an den Kandidaten oder die Kandidatin weiter. Danach folgen die Recherche und Installation der benötigten Software und das Kennenlernen der Plattform. Je mehr sich die oder der Jugendliche damit vertraut macht, umso leichter fällt es in der Gesprächssituation. Empfehlenswert ist, sich auch über folgende technische Punkte Gedanken zu machen und Vergleichstests anzustellen: Laptop oder Smartphone, mit oder ohne Kopfhörer, Wohnzimmer oder Arbeitszimmer? Falls ein Profil angelegt werden muss, sollte auf einen seriösen Auftritt geachtet werden: Benutzername, E-Mail-Adresse, Profilfoto. Bei einem Test-Video-Anruf gilt es, Bild und Ton auszuprobieren und zu optimieren. Auch ein ruhiger Hintergrund und ein heller Gesprächsplatz sollten sorgfältig ausgewählt werden. Am besten mit der Familie, Freunden oder Freundinnen testen und zusammen alle Funktionen unter die Lupe nehmen.

Tipps vor dem Start

Verbindlichkeit gilt auch bei Online-Gesprächen, Pünktlichkeit ist also Pflicht. Eine neutrale Kleidung wählen, da zu grelle Farben und wilde Muster ablenken. Das Gespräch sollte in einem ruhigen Raum stattfinden. Um Störungen vorzubeugen, zur Information an die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner beispielsweise ein «Bitte nicht stören»-Schild an die Türe hängen und auch für kleine Geschwister und Haustiere im Vorfeld eine Lösung suchen. Ebenfalls prüfen, ob das Handy still bleibt. Alle nicht benötigten Computerprogramme und Apps schliessen, damit während des Gesprächs keine Klingeltöne von Erinnerungen oder eingehende E-Mails ablenken. Vorbereitete Notizen und Fragen seitlich am Bildschirm befestigen, damit der Blick nicht zu oft nach unten schweift. Und: Ein Glas Wasser und ein Taschentuch bereitstellen und ein vorgängiger Gang zur Toilette sind Selbstverständlichkeiten, die in der Aufregung aber womöglich vergessen gehen. 

Authentisch und natürlich bleiben

Wie bei einem persönlichen Vorstellungsgespräch kommen Authentizität und Natürlichkeit am besten an. Den Blick während des Gesprächs in die Kamera richten. Wenn die Übertragung stockt, geduldig und freundlich bleiben. Das Gegenüber wird in solchen Situationen ganz speziell darauf achten, wie die Bewerberin oder der Bewerber reagiert.

Tipps für Eltern

  • Achten Sie darauf, dass sich Ihre Tochter, Ihr Sohn via Stelleninserat, beim Betrieb oder auf der elektronischen Bewerbungsplattform informiert, welche Punkte bei Online-Bewerbungen zu beachten sind. 
  • Motivieren Sie Ihr Kind, sich für die Recherche Zeit zu nehmen. Vorstellungsgespräche – ob persönlich oder digital – müssen sorgfältig vorbereitet werden und es braucht ein echtes Interesse an der Stelle und dem Lehrbetrieb. 
  • Testen, testen, testen, bis alles gut funktioniert, ist das A und O für die Vorbereitung Ihres Kindes. Dazu gehört: Gerätewahl, Software, Gesprächsplatz, Ton, Bild, Kameraeinstellung, Hintergrund und Internetverbindung.
  • Besprechen Sie vorgängig zusammen, was bei eventuellen Störungen und Zwischenfällen zu tun ist, damit während des Vorstellungsgesprächs möglichst keine unangenehmen Überraschungen auftauchen.
  • Bestärken Sie Ihr Kind darin, sich vor dem Gespräch genügend Zeit zu nehmen, um den Gesprächsplatz optimal einzurichten und sich vorzubereiten. Und dann gilt für die ganze Familie: Daumen drücken und nicht stören.