Familie & Gesellschaft

Burnout bei Eltern: erschöpfte Mütter und Väter

Elternsein ist anstrengend, und viele Mütter und Väter sind zwischendurch erschöpft. Doch manchmal steckt mehr dahinter. Wer an einem Elternburnout leidet, sollte dringend Entlastung suchen.
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Eine erschöpfte Mutter hält ihr Baby auf dem Arm.

Zum Elternsein gehören schwierige Phasen und eine Achterbahn der Gefühle. Doch manchmal kommen Eltern über Wochen oder gar Monate an den Anschlag. Nach dem Tief kommt kein Hoch mehr. Das Wochenende oder die Ferien versprechen keine Erholung mehr, sondern werden vor allem als anstrengend erlebt.  Dann gilt es, genau hinzuschauen und zu überlegen, ob vielleicht mehr dahintersteckt als nur eine vorübergehende Phase. Denn möglicherweise handelt es sich um ein Burnout. 
 

Elterliches Burnout bedeutet Stress für die ganze Familie und ist einer der Gründe, warum es dem Kind möglicherweise nicht gut geht. 

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Dr Anne-Emmanuelle Ambresin, Chefärtzin der Disa

 

Dr. Anne-Emmanuelle Ambresin, Chefärztin der Disa, interdisziplinäre Abteilung für die Gesundheit von Jugendlichen

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Elternburnout: Das sind die Symptome

  • Tiefe Erschöpfung, die über längere Zeit andauert.
  • Betroffene Eltern sind schnell gereizt, ungeduldig, freudlos, sie sehen nur noch das Schlechte und Schwierige. 
  • Schlafstörungen oder auch körperliche Symptome. 
  • Suchterkrankungen können ebenfalls auftreten. 
  • Oft fühlen betroffene Mütter und Väter eine emotionale Distanz zu ihrem Kind.
  • Entfremdung vom Partner, der Partnerin.

Risikofaktoren für ein Burnout als Eltern

In der Fachsprache handelt es sich bei einem Elternburnout um eine Erschöpfungsdepression. Besonders betroffen von einem solchen Burnout sind Mütter und Väter, die sehr hohe Ansprüche an sich, ihre Erziehung oder das eigene Kind stellen. Eltern, die alles besonders gut machen wollen und ihrem Selbstbild als Mutter oder Vater nicht gerecht werden. Eltern, die sich schwer damit tun, ihren Kindern klare Grenzen zu setzen, weil sie vielleicht besonders gut auf die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes eingehen wollen. Das kann zu Druck und Stress sowie Versagens- und Schuldgefühlen führen.

Haben Eltern ein Kind, das sehr aktiv ist oder besondere Bedürfnisse hat, ist dies zusätzlich belastend und anstrengend. Wer kein grosses soziales Umfeld hat, zum Beispiel keine Grosseltern oder sonstige Verwandten hat, die unterstützen können, kann sich weniger erholen und kommt verständlicherweise schneller an den Anschlag als Eltern mit viel Unterstützung. Deshalb sind beispielsweise Alleinerziehende besonders gefährdet, ein Burnout zu erleiden. 

Tipps für Entlastung bei Burnout

Ein Elternburnout kann zu Depression oder Angststörungen führen. Diese Tipps können helfen:

  • Suchen Sie sich als Familie Entlastung. Vielleicht können die Grosseltern, Freundinnen oder Nachbarn helfen? Oder Sie engagieren einen Babysitter? 
  • Zentral ist Selbstfürsorge: Tun Sie sich selbst etwas zuliebe, gönnen Sie sich etwas und kümmern Sie sich um sich selbst. 
  • Bewegung hilft, Stress abzubauen. Nur schon zehn Minuten Sport pro Tag können Wunder wirken. 
  • Treffen Sie Freundinnen und Freunde oder telefonieren Sie mit ihnen. Freundschaften und soziale Kontakt sind wichtig für die seelische Gesundheit.
  • Teilen Sie Ihre Sorgen und Probleme mit einer Vertrauensperson, ganz nach dem Motto: «geteiltes Leid ist halbes Leid».

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Wir sind da für Eltern

Es ist empfehlenswert, sich professionelle Hilfe zu holen, bevor sich die Symptome des Burnouts auf weitere Lebensbereiche ausweiten, etwa auf den Job. Wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder eine Elternberatungsstelle. Die Elternberatung von Pro Juventute etwa steht Ihnen Tag und Nacht kostenlos und vertraulich zur Verfügung:

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Wir sind rund um die Uhr für Sie da und besprechen mit Ihnen Erziehungsfragen und beraten in akuten Problemsituationen. Im Zentrum der Beratung steht immer das Kind.

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