Entwicklung & Gesundheit

Soll sich mein Kind gegen Corona impfen lassen?

Seit die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic die Impfstoffe von Biontech-Pfizer und Moderna auch für Zwölf- bis Siebzehnjährige in der Schweiz zugelassen hat, stellen sich Familien neue Fragen. Wichtig ist, dass Eltern die Tochter oder den Sohn in diesen Prozess einbeziehen. Denn Kinder haben die Fähigkeit und das Recht eine Meinung zu bilden und gehört zu werden.
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Mädchen wird zur Impfung vorbereitet.

Elternsein bedeutet stets von Neuem abzuwägen, was das Kind braucht, um gesund und glücklich aufzuwachsen. Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt und beeinflusst Entscheidungen. 

Was ist richtig für mein Kind?

Ob beim Impfen oder bei anderen Themen, auf der Suche nach einer Antwort ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind in den Entscheidungsprozess einbeziehen. Denn Kinder und Jugendliche haben gemäss UN-Kinderrechtskonvention das Recht, sich frei eine eigene Meinung zu bilden und sich auch frei zu äussern, insbesondere bei Themen, die sie selbst betreffen. Tauschen Sie sich in der Familie aus, prüfen Sie gemeinsam Fakten, fragen Sie bei Ihrem Kinderarzt, Ihrer Kinderärztin nach oder informieren Sie sich bei weiteren Fachpersonen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind frei und ohne Druck abwägen kann, welchen Nutzen und welches Risiko eine Impfung mit sich bringt. 

Impfempfehlung von Kommission und Kinderärzten

Unter Berücksichtigung einer individuellen Analyse von Risiko und Nutzen empfehlen die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) und die Gesellschaft Pädiatrie Schweiz die Impfung für Kinder und Jugendliche. Was sollte in Ihre Risiko- und Nutzenanalyse einfliessen? Bei dieser Risiko- und Nutzenanalyse muss gemäss den Fachpersonen abgewogen werden, wie die Impfung vor einer Infektion mit dem Virus schützen kann und welche Auswirkungen der Pandemie verhindert werden können. Denn Isolation, Quarantäne und Einschränkungen im Sozialleben belasten die Kinder und Jugendlichen. 

Wägen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Risiken und Nutzen ab und lassen Sie Ihr Kind frei entscheiden. 

Die Pandemie hat Kinder stark belastet

Während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass Kinder und Jugendliche mehr gelitten haben und psychisch stärker belastet waren als andere Bevölkerungsgruppen. Bei der Beratung + Hilfe 147 von Pro Juventute nahmen die Beratungen zu psychischen Problemen im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent zu (siehe Corona-Report von Pro Juventute). Auch die Krisenfälle mit Suizidabsichten verdoppelten sich beinahe gegenüber dem Vorjahr. Kinder- und Jugendpsychiatrien kämpfen mit einer starken Auslastung. Aufgrund der Schulschliessungen und bei der Suche nach Lehrstellen sind vor allem Kinder benachteiligt, die zu Hause wenig Unterstützung erhielten. Die Chancenungleichheit hat sich zusätzlich verschärft. Diese Information sollte auch in die Abwägung des Entscheids Ihres Kindes für oder gegen das Impfen einfliessen. 

Das Kind hat das Recht, seine Meinung zu vertreten

Wenn ein Kind urteilsfähig ist und sich für oder gegen das Impfen entscheidet, müssen Erwachsene das akzeptieren. In der Regel gilt ein Kind ab zehn Jahren als urteilsfähig. Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt können die Beurteilung der Urteilsfähigkeit vornehmen. 

Wir empfehlen Ihnen: Wägen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Risiken und Nutzen ab und lassen Sie Ihr Kind frei entscheiden. Geben Sie dem Kind Raum und Zeit, sich eine Meinung zu bilden und helfen Sie ihm, sich über die Impfung zu informieren.

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