Schulanfang

Erstklässler müssen sich an den Schulalltag gewöhnen

Am ersten Schultag ist die Euphorie oft gross. Doch auf den Schulstart folgt der Schulalltag. Die Tage sind strukturiert, lernen geht nicht von selbst und Erwartungen gilt es zu erfüllen. So können Eltern ihren Schulneuling verständnisvoll begleiten.
Image
Kinder auf dem Schulhof tauschen sich aus und spielen miteinander.

Der Schulstart bringt einen neuen Tagesablauf mit sich. Bis sich dieser eingependelt hat, dauert es eine Weile. Da gehören Stressmomente dazu. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Nehmen Sie sich Zeit, um Ihren eigenen neuen Familien-Alltagsrhythmus zu finden!

Nach dem Schulstart Struktur geben

Kinder brauchen eine gut strukturierte Tagesplanung. Ob Eltern berufstätig sind, getrennt leben oder grössere oder kleinere Geschwister da sind: All dies beeinflusst den Tagesablauf. In jeder Familie sieht der Alltag anders aus. Unabhängig davon, wie Sie sich organisieren: Wesentlich ist, dass der Tag auch ab Beginn der ersten Schulklasse in Lern-, Erholungs- und Freizeitabschnitte eingeteilt ist. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind regelmässig und gesund isst und zu ausreichend Schlaf kommt.

Kinder brauchen Zeit für sich, Zeit, um Freundschaften zu pflegen, Träumereien nachzuhängen, das Neue im Spiel zu verarbeiten und auch einmal nichts zu tun.

Ganz wichtig sind die Stunden, die Ihr Kind ausserhalb der Schule verbringt. Kinder brauchen Zeit für sich, Zeit, um Freundschaften zu pflegen, Träumereien nachzuhängen, das Neue im Spiel zu verarbeiten und auch einmal nichts zu tun. Gewähren Sie ihm darum diese freie Zeit und verplanen Sie diese nicht völlig mit Freizeitaktivitäten. Auch wenn das Angebot an Kursen riesig und verlockend ist: Wägen Sie ab, ob zweimal Hockey- oder Fussballtraining pro Woche für Ihren Sohn oder Ihre Tochter nicht zu viel wird. Und vielleicht auch für Sie als Chauffeur oder Chauffeuse eine zu grosse Belastung bedeutet. 

Geborgenheit geben

Auch die Hausaufgaben gehören zum Schulalltag. Je nach Schulkonzept werden die Aufgaben ebenfalls in der Schule oder zu Hause gemacht. So oder so braucht das Kind zu Hause einen Ort, an dem es ungestört lernen kann. Wichtig ist eine gute Lichtquelle, eine bequeme Sitzgelegenheit und genügend Platz. Und nicht zu vergessen: Geborgenheit durch die Nähe der Eltern oder einer vertrauten Bezugsperson benötigen Schulanfänger und Schulanfängerinnen ganz besonders. Und so lernt Ihr Kind vielleicht lieber am Ess- oder Küchentisch statt in seinem eigenen Zimmer. Je nach Situation können Sie ja gemeinsam entscheiden, was besser ist.  

Loben Sie Ihr Kind für seinen Einsatz und lassen Sie es nach den Hausaufgaben seine Freizeit geniessen. Eine Ruhepause, ein feiner Zvieri, Bewegung im Freien, Spiele mit Geschwistern und Freunden oder eine von Ihnen erzählte Geschichte sorgen für Entspannung.

Sich in einer Gruppe zurechtzufinden braucht Zeit

Ein neues Haus, ein neuer Raum, ein paar bekannte und viele neue Gesichter: Es braucht viel Zeit und Einfühlungsvermögen bis sich aus lauter kleinen Persönlichkeiten und einer Lehrperson eine Gruppe bildet, die als Ganzes funktioniert und auch den Einzelnen in seiner Eigenart akzeptiert. Sich in der Klasse angenommen und aufgehoben zu fühlen, ist eine Voraussetzung, um gerne in die Schule zu gehen. Wenn man keine Freunde hat oder sich als Aussenseiter empfindet, kann sich das negativ auf die Motivation auswirken.

Manchmal braucht es einfach etwas Zeit und Geduld, bis sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter wohlfühlt. Und vielleicht ist Ihr Kind anfangs auch so mit sich selbst und all den Eindrücken beschäftigt, dass es noch gar nicht offen ist für neue Kontakte. 

Auf Schwierigkeiten reagieren 

Schwieriger wird es, wenn man nicht so leicht Anschluss findet und womöglich auf dem Schulweg oder auf dem Pausenplatz gehänselt oder ausgelacht wird. Auch wenn Sie es sich wünschen – nicht immer lassen sich alle Unannehmlichkeiten aus dem Weg räumen. Ihr Kind muss im Miteinander lernen, mit einem gewissen Mass an Herausforderungen selber fertig zu werden.

Werden aus kleinen Sorgen jedoch grosse Sorgen, sollten Sie hellhörig werden. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihr Kind beschäftigt: Wird es in der Klasse, in der Pause oder auf dem Schulweg ausgelacht oder geplagt? Ist es mit dem Schulstoff oder den Hausaufgaben über- oder unterfordert? Oder hat es vielleicht ein Problem mit seinem Lehrer, seiner Lehrerin oder dem Unterrichtsstil? Suchen Sie das Gespräch mit der Lehrperson, wenn sich die Situation in absehbarer Zeit nicht entspannt. Finden Sie gemeinsam keine Lösung, hilft vielleicht ein Austausch mit der Schulleitung, dem Kinderarzt, der Schulärztin oder einer Erziehungsberatungsstelle.

Tipps für Eltern

  • Achten Sie darauf, dass der Schulanfang entspannt verläuft und der Tagesablauf gut strukturiert ist. Vermeiden Sie unnötige Hektik in der Familie und sorgen Sie nach der Schule dafür, dass Ihrem Kind ausreichend Zeit für sich bleibt. 
  • Schulneulinge brauchen in der Anfangszeit viel Zeit und Zuwendung. Geben Sie Ihrem Kind die nötige Geborgenheit und geniessen Sie gemeinsame Momente. 
  • Der Wechsel vom Kindergarten in die Schule verlangt Ihrem Kind einiges ab. Bleiben Sie geduldig und fragen Sie nach, wie es sich fühlt. So erfahren Sie eher, wenn etwas nicht ganz rund läuft und wo es Schwierigkeiten gibt. 
  • Auch wenn Ihr Kind seine Hausaufgaben mehrheitlich in der Schule erledigt, braucht es zu Hause einen ruhigen, gut eingerichteten Arbeitsplatz. 
  • Zeigen Sie Verständnis dafür, dass die Schule nicht immer Spass macht und das Lernen manchmal nicht leichtfällt. Vielleicht hilft es, wenn Sie erzählen, wie es Ihnen in der eigenen Schulzeit ergangen ist.  
Image
Elternbriefe 4.-6. Lebensjahr

Ratgeber Elternbriefe

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Elternbrief 35 «Abenteuer Schulanfang».

Viele Gemeinden verschenken die Elternbriefe

In zahlreichen Gemeinden und Städten erhalten Ersteltern ein Pro Juventute Elternbriefe-Abonnement geschenkt. Manche Gemeinden begrenzen dieses Geschenk auf das erste Lebensjahr. Andere schenken die Elternbriefe bis zum sechsten Lebensjahr. Prüfen Sie, ob Ihre Wohngemeinde die Elternbriefe finanziert.

Geben Sie hier Ihre PLZ ein und wählen Sie Ihren Wohnort aus der Liste aus.

Jetzt spenden