Ernährung im ersten Lebensjahr
Interessiert sich Ihr Baby schon für Ihr Essen? Dann ist jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt, Beikost einzuführen. Es wird empfohlen, frühestens nach dem vollendeten vierten und spätestens ab Anfang des siebten Lebensmonats mit der Einführung von Beikost zu beginnen – während das Baby weiter gestillt oder geschöppelt wird.
Ein kleiner weicher Plastiklöffel tut gute Dienste für erste Breiversuche, zum Beispiel Rüeblibrei. Am Anfang wird das Baby nur ein paar Bissen essen – wenn überhaupt.. Das Kind sieht im Löffel ein neues Spielzeug und wird ihn automatisch in den Mund stecken, womit der erste Schritt getan wäre. Viele Babys stossen den Brei am Anfang mit der Zunge nach vorne, statt ihn zu schlucken, da sie erst lernen müssen, wie man isst.
Wann sie welchen Brei einführen können sowie erste Rezepte finden Sie im Artikel «Von der Milch zum Brei: Einführung der Beikost». Der Beitrag «Essen ist mehr als Hunger stillen» (nur für Abonnenten der Elternbriefe) enthält ebenfalls Tipps für erste Mahlzeiten, zur Ernährung im ersten Lebensjahr sowie zum Füttern von Zwillingen.
Ernährungstipps in den Elternbriefen
Wir möchten Sie dabei unterstützen, herausfordernde Situationen wie das gemeinsame Essen leichter zu meistern. Darum begleiten wir Sie mit unseren Elternbriefen bis ins sechste Lebensjahr Ihres Kindes. In kurzen Broschüren beziehungsweise Online-Artikeln erfahren Sie, was Ihr Kind erlebt, wie es sich entwickelt und erhalten Tipps für den Familienalltag. Gratis an vielen Wohnorten. Auch an Ihrem?

Baby-led Weaning
Nicht alle Babys mögen Brei, und nicht alle Eltern wollen Brei kochen, sondern sind von der Methode «Baby-led Weaning» (BLW) überzeugt. Dabei werden dem Kleinkind Stücke hingelegt, die es selbst greifen kann. Es wird empfohlen, mit dieser Methode bis zum siebten Lebensmonat des Kindes zu warten. Denn für BLW sollte das Kind aufrecht sitzen können und in der Lage sein, Esswaren selbst zu greifen, in den Mund zu stecken und zu kauen. Mehr zu Baby-led Weaning erfahren Sie hier (nur für Elternbriefe-Abonnenten).
Podcast «Familienbande»
Parat für Fingerfood?
Unsere Tochter wird von Milch alleine nicht mehr satt, doch Brei findet sie nicht so toll. Sie ist nicht bereit, mehr als ein, zwei Löffel zu essen. Eine andere Möglichkeit wäre, ihr Fingerfood zu essen zu geben, Stichwort Baby-led weaning. Wir sind uns allerdings nicht sicher, ob sie dazu schon bereit ist. Wie erkennen wir das und was können wir tun?
Essen am Familientisch
Je älter das Baby wird, umso mehr Beikost wird es essen und umso weniger Milch benötigen. Es lohnt sich, langsam von Milch auf Beikost umzustellen und mit einer Mahlzeit zu beginnen. Sobald das Kind 150 bis 250 Gramm pro Mahlzeit isst, braucht es keine zusätzliche Milch mehr. Isst das Kind eine volle Mahlzeit, kann eine zweite Mahlzeit, zum Beispiel ein Früchtebrei am Nachmittag, eingeführt werden. Auch kann das Menü um Fleisch und Eier erweitert werden. Bekommt das Baby Brei, kann es mit der Zeit auch kleine Stückchen fester Nahrung probieren, etwa weichgekochte Apfel- oder Karottenstücke. Mehr Infos dazu finden Sie im Artikel «Mahlzeiten mit einem Baby» (nur für Elternbriefe-Abonnenten).
Mit ca. neun Monaten kommt langsam der Zeitpunkt, wo Ihr Baby bei Ihnen am Familientisch sitzt und mitisst. Sitzt ein kleines Kind am Tisch, ist es mit ungestörtem Essen vorbei. Manche Kinder essen schon recht selbstständig und probieren gerne neue Sachen. Es kann aber auch sein, dass das Kind ein neues Gericht verweigert, der Becher mit Wasser umgeschmissen wird oder der Teller samt Inhalt auf dem Boden landet. Dabei hilft eine Portion Gelassenheit und Humor. Und eine Plastikdecke unter dem Kinderstuhl sowie ein feuchter Lappen in Griffnähe.
Damit das Essen am Familientisch Freude macht. Tipps für Eltern
- Das Kind darf so viel essen, wie es mag.
- Essen soll weder als Bestechung noch als Strafe oder Belohnung missbraucht werden.
- Für Tischmanieren ist es noch zu früh.
- Mit dem berühmten Hinunterwerfen-Spiel prüfen Kinder, ob das Essen noch da ist, auch wenn sie den Teller «verschwinden» lassen. Schimpfen hilft da nicht. Geben Sie Ihrem Kind einen Extrateller mit wenig Inhalt, so hält sich der Schaden in Grenzen.
- Zwingen Sie das Kind nicht, etwas zu essen, was es nicht mag.
- Kommentieren Sie das Essverhalten Ihres Kindes nicht abfällig oder kritisierend.
Viele Eltern machen sich Sorgen, dass ihr Kind zu wenig oder zu viel essen könnte. Hier ein paar Hinweise:
- Nimmt das Kind zu und wächst, bekommt es genug.
- Ist das Kind aktiv, leidet es keinen Mangel.
- Trinkt das Kind noch viel Milch oder knabbert es oft zwischendurch? Dann greift es vielleicht bei den Hauptmahlzeiten weniger zu.
Mehr dazu sowie praktische Tipps zur Ernährung finden Sie im Artikel «Gemeinsame Mahlzeiten». Einen Ernährungsplan fürs erste Lebensjahr können Sie hier als PDF herunterladen.