Familie & Gesellschaft

Ideen, wie Kleinkinder die Natur als Spielwelt nutzen können

Draussen machen Kleinkinder vielfältige Erfahrungen, denn die Natur ist eine Fundgrube zum Entdecken und Erforschen. Auch das Wetter ist ein spannendes Experimentierfeld. Es gibt also zahlreiche Gründe, um die Natur als Spiel- und Lernort zu nutzen. Ideen für Erlebnisse im Freien.
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Mädchen spielt draussen im Dreck.

Auf Spaziergängen oder beim Spielen im Freien kommt das Kleinkind in Berührung mit der Natur und entdeckt so immer wieder Neues. Draussen erlebt es Wind, Wasser, Schnee, Erde, Sand, Feuer, Blumen, Bäume oder sieht kleine und grosse Tiere. In jedem Alter kann das Kind im Park, am See, am Bach, im Wald, auf Wiesen neue Erfahrungen machen. Die Natur ist ein vielschichtiges Lernfeld.

So können Kleinkinder Erfahrungen in der Natur machen

Draussen die Welt entdecken

Auch wenn das Kind noch nicht frei gehen kann und die Welt vorerst krabbelnd oder im Wagen sitzend entdeckt: Naturerlebnisse sind spannend und ermöglichen unterschiedliche Sinneserfahrungen. Eltern können dem Kind, das im Wagen sitzt, beispielsweise einen Zweig mit Blättern oder einen schönen Stein in die Hand geben. Beim Herumkrabbeln oder Herumspazieren kann das Kleinkind das Moos berühren und an einer Blume riechen. Oder es erlebt, wie sich das anfühlt, wenn man einen kleinen Käfer über die Hand krabbeln lässt.

Durch Regenpfützen stapfen

Schlechtes Wetter muss kein Hinderungsgrund zum Hinausgehen sein. Vielleicht erfreut sich das Kind an Regen und Wind und findet es lustig mit Gummistiefeln und Regenschutz ausgerüstet zu sein. Es macht auch Spass durch einen Regenüberzug die Regentropfen zu betrachten und mit wasserdichten Socken für krabbelnde Kinder unterwegs sein. Oder, falls das Kind schon gehen kann, lustvoll in Pfützen herumzustapfen und zu erleben, wie es spritzt. Spannend ist, zu beobachten, wenn sich auf Wegen und Strassen kleine «Wasserschlangen» bilden, die man fangen kann. Ebenfalls lustig ist, ein Taschentuch oder ein Stück Papier im Wind fallen zu lassen und ihm dann nachzurennen. 

Wind und Wetter spüren

Bei Regenwetter, Wind oder Schnee nach draussen zu gehen, braucht manchmal etwas Überwindung. An der Wärme und im Trockenen ist es gemütlicher. Vielleicht befürchtet man auch, dass das Kind eine Erkältung einfangen könnte. Wer sich überwindet, stellt oft fest, dass es sich gelohnt hat. Nach einem solchen «Ausgang» ist das Kind wahrscheinlich zufriedener, denn es bekam Gelegenheit, gemeinsam mit den Eltern, viele und unmittelbare Sinneserfahrungen zu machen. Eine gute, wetterfeste Ausrüstung macht es einfacher, sich bei jedem Wetter nach draussen zu wagen.

Mit Wasser spielen und hantieren

Die meisten kleinen Kinder spielen gerne mit Wasser, Sand und Erde. Wasser spritzt, fliesst, macht nass, fühlt sich warm oder kalt an. Beim Hantieren entdeckt das Kind beispielsweise, dass manches obenauf schwimmt, Dinge sinken oder sich etwas auflöst. Wasser kann man in Gefässen herumtragen oder durch ein Sieb laufen lassen. In der warmen Jahreszeit ist ein Planschbecken herrlich. Wenn Baden draussen nicht möglich ist, können Eltern eine Kinderbadewanne in die «grosse» Wanne oder in die Dusche stellen und dem Kind Becher, Löffel, Trichter, Waschlappen zum Spielen geben. Selbstverständlich muss der Sichtkontakt stets gewährleistet sein, denn auch bei wenig Wasser besteht die Gefahr des Ertrinkens.

Sand und Erde erleben

Trockener Sand rieselt, fliesst, nasser Sand hingegen fühlt sich wie Erde an und ist doch anders. Mit den richtigen Kleidern und der Erlaubnis, schmutzig zu werden, wird das Spielen mit Sand und Erde zum nahezu unerschöpflichen Spielerlebnis: umschichten, herumwerfen, den Sand am ganzen Körper spüren, sich hineinsetzen, etwas bauen, wieder kaputtmachen … 

Sandkästen abdecken

Nimmt das Kind eine Hand voll Sand oder Erde in den Mund, sollten Eltern nicht zu ängstlich reagieren. Das gehört einfach dazu und schadet in kleinen Mengen bestimmt nicht. Zum Schutz vor Verunreinigungen durch Tierkot sollten Sandkästen jedoch nach Gebrauch immer abgedeckt werden. Bei öffentlichen Sandkästen fehlt diese Massnahme oft. In diesem Fall lohnt es sich bei der Stadt oder der Gemeinde nachzufragen, wer dafür zuständig ist.

Feuer fasziniert

Feuer zieht die meisten Kinder magisch an. Natürlich heisst es da, sehr vorsichtig zu sein. Ins warme Licht einer Kerze staunen, diese immer wieder ausblasen oder in gebührendem Abstand vor einem Feuer draussen sitzen, ist faszinierend. Damit solche Erfahrungen ungefährlich sind, sollten Erwachsene das Kind dabei begleiten.

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Dieser Text ist ein Auszug aus dem Elternbrief 14 «Ihr Kind ist ein Jahr und zwei Monate alt».

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