Familie & Gesellschaft
Stand: 15.03.2022

Panikattacken bei Teenagern: Symptome erkennen und handeln

Die Luft bleibt weg, Angstschweiss bricht aus. Eine Panikattacke kann bereits bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Doch nicht immer ist sie für Eltern als solche erkennbar. Erfahren Sie, welche Symptome bei einer Panikattacke auftreten und was Sie tun können, wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn eine Panikattacke hat.
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Eine Jugendliche hat eine Panikattacke.

Der Übergang vom Kind zur erwachsenen Person stellt viele Jugendliche vor Herausforderungen. Erst recht, seit Corona den Alltag beherrscht. Psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen haben stark zugenommen. Manchmal beherrscht die Angst sie so stark, dass sie regelrechte Panikattacken bekommen. Sie haben Angst zu sterben, verrückt zu sein oder die Kontrolle zu verlieren. Auch Gefühle der Unwirklichkeit oder des Fremdseins können bei Angstzuständen auftreten.

Eine Panikattacke bei Jugendlichen kann sich nach aussen sehr dramatisch äussern – mit Schreien, Weinen oder Hyperventilation.

Eine Panikattacke kann isoliert vorkommen, etwa vor einer Prüfung. Treten Panikattacken jedoch über mehrere Wochen wiederholt auf oder entwickelt das Kind eine Erwartungsangst vor weiteren Panikattacken, kann Hilfe von aussen nötig werden. Dann wird im Fachjargon von einer Panikstörung gesprochen. Um die Situation richtig einzuschätzen, ist es für Eltern wichtig, Panikattacken zu erkennen. Das ist nicht immer einfach. Denn die Symptome können unterschiedlich sein oder diffus auftreten. 

Symptome einer Panikattacke bei Jugendlichen

Schon kleine Kinder haben Ängste, beispielsweise vor einer Trennung vom Mami oder Papi. Panikstörungen sind bei ihnen jedoch selten. Eine Panikattacke bei Jugendlichen kann sich nach aussen sehr dramatisch äussern – mit Schreien, Weinen oder Hyperventilation. Charakteristisch für eine Panikattacke ist, dass die intensive und plötzliche Panik sich körperlich auswirkt. Typische Symptome sind Herzrasen, Schweissausbruch, Zittern und Mundtrockenheit. Es können aber auch andere Symptome auftreten, etwa Atemnot, Schmerzen in der Brust, Übelkeit, Bauchweh oder Schwindel.

Die Symptome einer Panikattacke sind jedoch von aussen nicht immer sichtbar. Oftmals versuchen die betroffenen Teenager ihre Ängste zu verbergen. Deshalb kann es für Eltern schwierig sein, eine Panikstörung zu erkennen. Allenfalls zeigen sich Anzeichen im Verhalten: Die Jugendlichen ziehen sich noch stärker zurück, versuchen bestimmte Situationen zu vermeiden, möchten nicht mehr in die Schule gehen oder reagieren vermehrt aggressiv. Stellen Eltern solche Verhaltensmuster fest, können sie ihre Beobachtungen gegenüber den Jugendlichen ansprechen und nachfragen, wieso beispielsweise bestimmte Situationen gemieden werden.

Was Eltern bei einer Panikattacke ihres Sohnes oder ihrer Tochter tun können

Wenn die Angst den Teenager überrollt:

  • Hören Sie zu, nehmen Sie die Panik ernst. Signalisieren Sie, dass es ok ist, Angst zu haben, denn Angst ist ein Schutzreflex. 
  • Lenken Sie von der Panikattacke ab. Sprechen Sie gemeinsam über ein schönes Erlebnis oder einen speziellen Wunsch. Oder fordern Sie Ihr Kind auf, seine Umgebung möglichst detailliert zu beschreiben.
  • Leiten Sie Ihr Kind zu Atemübungen an. Denn wer Angst hat, atmet flacher. Ruhiges Ein- und Ausatmen kann helfen, sich zu entspannen.
  • Animieren Sie zu Bewegung, zum Beispiel zur Lieblingsmusik zu tanzen. Das hilft, Stresshormone abzubauen.

Wenn die Panikattacke vorbei ist:

  • Sprechen Sie über Ihre eigenen Ängste, damit sich Ihr Kind mit seinen Gefühlen nicht mehr allein fühlt.
  • Stärken Sie das Selbstvertrauen, indem Sie daran erinnern, was der oder die Jugendliche bereits erfolgreich gemeistert hat. Zum Beispiel das tolle Tor im letzten Match.
  • Helfen Sie den Heranwachsenden, frühe Signale richtig einzuschätzen. Manchmal kündigt sich eine Panikattacke an, beispielsweise mit einem trockenen Mund oder Herzrasen. So können Betroffene allenfalls Gegensteuer geben.
  • Überlegen Sie gemeinsam Strategien, um die Panik zu bewältigen. Zum Beispiel wo Hilfe geholt werden kann, wenn eine Panikattacke anrollt.

Bei Panikstörung frühzeitig Hilfe holen

Leidet das eigene Kind unter Panikattacken, kann das für Eltern sehr belastend sein. Die niederschwellige Pro Juventute Elternberatung hilft, die eigenen Sorgen einzuordnen. Im Gespräch wird beratschlagt, ob Hilfe von aussen notwendig ist und wohin sich Eltern und Jugendliche gegebenenfalls wenden können. Treten die Panikattacken wiederholt auf und beeinträchtigen sie das Sozialleben oder die schulischen Leistungen, ist es besser, frühzeitig eine Fachpersonen beizuziehen. Denn andernfalls kann es sein, dass es für Jugendliche zur Gewohnheit wird, schwierige Situation oder solche, in denen eine Panikattacke peinlich sein könnte, zu vermeiden und eine Panikstörung ohne Therapie zur chronischen Erkrankung wird.

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