Mein Kind hat Angst, dass Monster und Räuber im Dunkeln lauern

«Wir machen uns Sorgen, denn unser fünfjähriger Sohn wird plötzlich von unterschiedlichen Ängsten geplagt. Mal hat er Angst, dass ihm Monster auflauern oder Räuber ins Zimmer schleichen oder denkt, dass er ausgelacht wird und Freunde verliert. Er kann nicht einschlafen, weil er sich vor der Dunkelheit fürchtet und sich nicht traut, in der Gruppe etwas zu erzählen. Wie können wir ihm seine Ängste nehmen?»  

A.H. 39, Winterthur

Antwort von der Pro Juventute Elternberatung

Wir verstehen, dass Sie Ihren Sohn von seinen Ängsten befreien möchten. Ganz gelingen, wird das wahrscheinlich nicht und das ist auch gar nicht notwendig. Angst gehört zum Leben und ist Teil der kindlichen Entwicklung. Obwohl Angst haben unangenehm ist, bewahrt sie uns vor unbedachten Handlungen. Vielleicht hält die Angst Ihren Sohn davor zurück, einer fauchenden Katze zu nahezukommen oder sich auf einem Geländer als Seiltänzer zu versuchen. Mit Ihrem Verständnis können Sie die Ängste Ihres Kindes auffangen.

Angst gehört zum Leben und ist Teil der kindlichen Entwicklung.

Suchen Sie gemeinsam nach Lösungen, wie sich Angst überwinden lässt. Fragen Sie Ihren Sohn, was ihm helfen könnte. Vielleicht nützt schon ein bisschen Licht, damit der Räuber sich nicht reingetraut. Oder Sie bauen gemeinsam eine Mauer, um das Monster abzuwehren. Hilfreich ist, wenn jedes Familienmitglied sich zwischendurch darin übt, etwas zu tun, was eigentlich Angst macht. Mit gemeinsamen Mutproben helfen Sie Ihrem Sohn, Ängste zu überwinden. Achten Sie aber stets darauf, ob ihn das nicht überfordert und er bereit für solche Experimente ist. Falls nicht, lassen Sie ihm Zeit. Er ist ja noch klein und darf sich, falls er das braucht, hinter Ihrem Rücken verstecken und bei Ihnen Schutz suchen. 

Manchmal hilft es Kindern, wenn Sie hören, dass Erwachsene in gewissen Situationen ebenfalls Angst haben. Oder sich die Eltern, als sie klein waren, zum Beispiel nicht getrauten, allein in den Keller zu gehen. Stellen Sie keine Vergleiche mit anderen Kindern an und erwarten Sie nicht, dass Ihr Sohn ein Held ist. Angst hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern hängt mit der Veranlagung zusammen. Es lohnt sich, den eigenen Umgang mit Angst zu reflektieren. Je nach Persönlichkeit tritt ein Kind schüchterner oder selbstbewusster auf. Trauen Sie Ihrem Sohn zu, dass er sich nach einem Streit selbst mit dem Nachbarskind aussöhnt, Gemüse mit einem scharfen Messer rüsten kann, einen bekannten Weg selbstständig zurücklegen oder mal richtig «gefährlich» rumklettern darf. Vermitteln Sie Ihrem Kind Zuversicht und begleiten Sie es so durch diese Phase.  

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