Mein Kind hat Mühe einzuschlafen

«Bis vor kurzem schlief unser zweijähriger Sohn relativ problemlos. Doch seit einigen Wochen wird die Nacht für uns alle zum Albtraum. Er hat Mühe einzuschlafen. Auch nachts wacht er oft weinend auf und ruft nach uns. Was können wir tun, damit wieder etwas Ruhe einkehrt und die Nächte nicht mehr so turbulent verlaufen?»

S.E., 39, St. Gallen 

Antwort von der Pro Juventute Elternberatung

Bestimmt zehrt es an Ihren Kräften, wenn Ihre Nachtruhe unterbrochen wird. Viele Kinder haben Schwierigkeiten mit Einschlafen und Durchschlafen. Leider gibt es keine Patentrezepte, um das zu ändern. Vielleicht können Sie ein paar unserer Tipps ausprobieren und hoffentlich werden Ihre Nächte bald wieder ruhiger.

Bei Kleinkindern hängen Schlafprobleme oft mit einer neuen Entwicklungsphase zusammen. Ihr zweijähriger Sohn beginnt die Welt zu entdecken und das Erlebte hindert ihn womöglich am Einschlafen oder beschäftigt ihn im Schlaf. Geben Sie Ihrem Kind abends genügend Zeit, damit es sich auf das Schlafengehen vorbereiten kann.

Hilfreich sind Abläufe und Rituale, die jeden Abend gleich sind.

Helfen Sie ihm, Spannung abzubauen und sich vom Tagesgeschehen zu lösen. So erleichtern Sie ihm das Einschlafen. Für viele Kinder sind Kuscheltiere zudem unentbehrliche Schlafbegleiter. Möglicherweise hilft es auch, wenn Sie gegen Abend beachten, dass Nahrungsmittel wie Orangensaft, stark gezuckerte Getränke und Esswaren anregend wirken. Unterbrechen Sie nicht plötzlich das Spiel, um Ihren Sohn ins Bett zu bringen. Beschliessen Sie den Tag stets versöhnlich – auch wenn er anstrengend war oder sie schimpfen mussten. Geniessen Sie mit Ihrem Kind die ruhigen Momente des Zubettgehens.

Hilfreich sind Abläufe und Rituale, die jeden Abend gleich sind. Nach dem Nachtessen gibt es beispielsweise noch eine kurze gemeinsame Spielzeit, bevor das Pyjama angezogen wird und die Zähne geputzt werden. Im Bett darf Ihr Sohn vielleicht noch eine Geschichte hören und beim Gute-Nachtlied decken Sie ihn sanft zu und löschen das Licht. Schläft Ihr Sohn nicht gerne ein, wenn es dunkel ist, lassen Sie die Türe ein wenig offen oder schalten Sie ein schwach leuchtendes Lämpchen an.

Nachts verarbeitet Ihr Sohn alle Eindrücke, die er tagsüber aufgenommen hat. Wenn er erwacht, fühlt er sich vielleicht etwas verloren. Bis es ihm gelingt, allein wieder einzuschlafen, braucht er Ihre Nähe. Mit all diesen Dingen tragen Sie dazu bei, dass Schlafen für Ihr Kind mit positiven Gefühlen besetzt ist.  

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