Familie & Gesellschaft

Es muss nicht immer alles perfekt sein

Erziehung ist kein Kinderspiel und ein zu hoher Perfektionsanspruch zermürbend. Im Alltag geht es darum, einen eigenen Erziehungsstil zu finden, sich auf das Wesentliche zu besinnen und sich nicht ständig mit anderen Familien zu vergleichen. Eine Herausforderung, die Eltern ständig begleitet.
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Ein kleines Mädchen fegt auf dem Boden in der Küche Dreck zusammen.

Der Wunsch, dass das eigene Kind nur das Beste bekommt, ist völlig normal. Für Eltern besteht die Kunst darin, sich selber Sorge zu tragen und gleichzeitig den Bedürfnissen der Kinder zu entsprechen. Diesem Anspruch gerecht zu werden, ist nicht einfach. Kaum hat man sich an eine Situation gewöhnt, verändert sie sich wieder und schon steht man vor neuen Herausforderungen. Verständlich, dass Eltern bestrebt sind, in der Erziehung ihrer Kinder alles richtig zu machen und nichts zu verpassen. 

Perfekte Eltern als Idealbild

Ja, die perfekten Eltern gibt es, aber wohl nur in unserer Vorstellung. Von aussen betrachtet, scheinen es die anderen oft besser zu machen. Oder sie geben einem das Gefühl, noch nicht alles versucht zu haben, um die perfekte Mama oder der perfekte Papa zu sein. Wenn uns vor lauter Erziehungstipps, Ratgebern und Elternblogs der Kopf schwirrt, hilft es, sich Gedanken über die eigenen Ansprüche zu machen. Nicht immer kommt der Druck nur von aussen.

Selbstgemachter Druck

Unabhängig davon, ob wir Werte übernehmen oder hohe Ansprüche an uns selber stellen, selbstgemachter Druck stresst. Eltern können sich entlasten, indem sie sich auf das fokussieren, was gut funktioniert. Wichtig ist, dabei nicht allzu streng mit sich zu sein. Auch kleine Erfolge und Highlights im Alltag sind gefragt. 

Fehler und Schwächen

Eltern, die zu ihren Fehlern und Schwächen stehen, machen sich nicht nur selber Luft, sondern sind auch Vorbilder. So lernen Kinder durch die Eltern, dass niemand unfehlbar ist. Erwachsene und Kinder können an Fehlern wachsen und daraus lernen. 

Was wirklich zählt

Nicht selten vergessen wir aus lauter Perfektionismus, was im Zusammenleben mit Kindern wirklich wichtig ist. Sobald man sich überlegt, was einem für die eigene Familie am Herzen liegt, merkt man, was in den Hintergrund gerückt ist und weshalb. Wer sich die zentralen Werte bewusst macht, darf auch getrost einmal etwas weniger Wichtiges liegenlassen. Das ist weder bequem noch nachlässig. Es geht darum, sorgsam mit Energie umzugehen und bewusst Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel, dass die Küche für einmal nicht perfekt aufgeräumt ist und stattdessen Zeit bleibt, mit den Kindern zu basteln.

Eltern brauchen ebenfalls Pausen 

Die Verantwortung für Kinder und der Erziehungsalltag fordern und können Eltern an ihre Grenzen bringen. Wichtig ist, gut zu sich zu schauen und Pausen und Erholungszeiten einzuplanen. Nach einem schönen Nachmittag mit einer Freundin oder einem Ausgang mit einem Kumpel, kann man sich frisch gestärkt wieder besser um alltägliche Pflichten kümmern. Solche kurzen Auszeiten helfen nicht nur den Eltern, sondern der ganzen Familie. 

Weitere Tipps, um sich Unterstützung im Alltag zu holen können, finden sich hier.