Familie & Gesellschaft

Inspirierende Spiele für Babys und Kleinkinder

Weil kleine Kinder noch viel Betreuung und Anregung benötigen, sind Eltern oft gefordert. Ideen, um die Kinder zu beschäftigen, sind daher gefragt. Mit Spielvorschlägen für Babys und Kleinkinder sollen Eltern ein bisschen entlastet werden.
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Baby spielt mit losen Gegenständen. Spielideen mit Alltagsmaterial für die Kleinsten.

Während ältere Kinder selbstständig spielen oder sich aus unzähligen Online-Lernangeboten spannende Aufgaben auswählen können, sind Babys und Kleinkinder auf nähere Betreuung angewiesen. Doch es gibt Spiele, mit denen sich Babys und Kleinkinder zumindest ansatzweise selbstständig beschäftigen können.

Spielen mit losem Material

Wenn Kinder Gegenstände benutzen, die keinen festen Gebrauchszweck haben, nennt man das in der Fachsprache spielen mit «Loose Parts» oder zu Deutsch «losen Teilen». Dabei spielt das Kind nicht mit Spielzeug, das eine klare Funktion hat, beispielsweise ein Puppenhaus, sondern mit vielerlei Alltagsgegenständen. 

So kann zum Beispiel ein Tannzapfen im Spiel ein magischer Samen sein, der in die Erde gesteckt wird, zu einer Zaubertanne werden. Oder der Tannzapfen verwandelt sich in ein Pferd, das durch den Wilden Westen reitet oder wird als Tomate am Verkaufsstand angepriesen. Aus dem Gegenstand wird, was immer sich das Kind wünscht. Es kann auch sein, dass Materialien gar nichts darstellen, sondern bloss zum Experimentieren gebraucht werden: Das Kind möchte vielleicht sehen, wie der Zapfen rollt oder ihn mit anderen Gegenständen stapeln oder irgendwo verstecken. Das Spiel mit losen Teilen ist eine Art des ergebnisoffenen Lernens und eine Form des freien Spiels. Doch wie kann man diese Art von Spiel an die Bedürfnisse von Babys und Kleinkinder anpassen?

Schatzkörbchen für Babys

Sobald Babys in der Lage sind, aufrecht zu sitzen, können Körbe mit Alltagsgegenständen gefüllt und Kindern zum Spielen gegeben werden. Wichtig ist, dass der Korb flach und rund ist, damit das Kleinkind leicht hineingreifen kann. Zum Füllen nur Gegenstände in verschiedenen Grössen, Texturen, Materialien und Formen auswählen, die für Kleinkinder ungefährlich sind. Darauf achten, dass das Kind seine Finger nicht einklemmen oder kleine Teile in den Mund nehmen könnte. Die Rolle des Erwachsenen besteht eher darin, zu beobachten, während das Kind mit den Objekten interagiert. Um die Gegenstände in ihrem eigenen Tempo zu entdecken, brauchen Kinder genügend Zeit. Meistens gibt es dabei keinen Grund, sich zu sehr einzumischen. Damit das Baby, falls nötig, jedoch Unterstützung und Trost findet, sollte eine Schlüsselperson in der Nähe sein.

Mögliche Objekte für ein Schatzkörbchen:

  • Holzstücke, Naturmaterialien, wie Tannenzapfen, Muscheln
  • Kochzubehör aus Holz oder Metall, wie Schneebesen, Kelle
  • Lederwaren, wie ein Lederhandschuh
  • Messbecher, Pinsel, Schlüssel, Schwämme
  • Grosse Federn, Wollpompons
  • Bälle in verschiedenen Grössen

Schatzkörbchen für Kleinkinder

Im Alter von ein bis zwei Jahren versuchen Kinder, sich fortzubewegen und zu gehen. Trotzdem sind Schatzkörbchen mit losen Teilen genauso spannend wie für die Jüngeren. Der Unterschied liegt in der Bewegung. Die Kinder bewegen sich und die Gegenstände gehen mit. Deshalb sind Hilfsmittel interessant, die den Kindern das Transportieren von Gegenständen erleichtern, beispielsweise Taschen oder Kisten. Ein- bis Zweijährige nutzen die Gegenstände gerne zum Auffüllen, Wegschmeissen, Stapeln, Handeln, Sammeln, Verändern, Auswählen, Transportieren, Rollen und Bedecken.

Das Kind steuert das Spiel

Das Spiel mit losen Teilen ermöglicht es Kindern, viele Elemente ins Spiel zu integrieren und zu verändern. Zugleich schafft diese Spielform Raum, um dies ungestört zu tun. Zentral ist, dass Kinder das Denken und Kreieren übernehmen und die Richtung des Spiels nicht durch das Spielzeug vorgegeben wird. Eltern können sich also einfach mal zurücklehnen und beobachten.