Medien & Internet

Chancen von Computerspielen

Entgegen den weit verbreiteten negativen Meinungen zu Computerspielen bieten digitale Spiele sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene positive Aspekte. Das Erlernen von historischen oder wirtschaftlichen Inhalten und Zusammenhängen sowie die Förderung von kognitiven, körperlichen ja gar sozialen Fähigkeiten, sind nur ein paar dieser Aspekte. Dabei bleibt es nicht bei der Auge-Hand-Koordination: Digitale Spiele bieten ein Vielfaches mehr.
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Welt der Games: Chancen von Computerspielen


 

Spiele bieten Möglichkeiten

Oftmals geht es beim Spielen nicht um den Inhalt, sondern ums Spielen an sich. So spielen Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Unterhaltung und zum Ausgleich, genauso wie auch andere Medien «konsumiert» werden. Anders als bei Büchern und Filmen können die Spielerinnen und Spieler bei Games den Verlauf der Geschichte selber beeinflussen. Digitale Spiele lassen also mehr Interaktion und Kreativität zu als etwa Bücher. Und nicht zu vergessen: Gamen macht Spass!

Aufgrund der Tatsache, dass Computerspiele oft eine Abbildung der Realität darstellen, liegt es nahe, dass sich durch diese Games Können und Fertigkeiten erwerben und verbessern lassen, genauso wie durch traditionelle Spiele wie Schach, Monopoly, Mikado usw. Viele Computerspiele sind ziemlich komplex und sprechen die Spielerinnen und Spieler auf unterschiedlichen Ebenen an. Somit eröffnen sich verschiedene Lernmöglichkeiten. Kein digitales Spiel kann alle Fähigkeiten und Kompetenzen fördern und gerade jüngere Spielerinnen und Spieler können von Games überfordert werden. Deshalb ist es wichtig, die Altersangaben zu beachten und sich über den Inhalt eines Games zu informieren.

Dieser Text gehört zur Themenreihe «Welt der Games». In diversen Beiträgen werden verschiedene Aspekte wie Chancen, Risiken und Faszination rund um digitale Spiele beleuchtet. Allgemeine Tipps und Empfehlungen im Umgang mit digitalen Spielen werden im Beitrag «Hilfreiche Tipps zum Thema Gamen für Eltern» vermittelt.

Nachfolgend eine Auflistung der wichtigsten Kompetenzen und Fähigkeiten, die durch Games gefördert werden können:

Sensomotorische Fähigkeiten

Zu den sensomotorischen Fähigkeiten gehören Fingerfertigkeiten (z. B. Bedienung des Spieleingabegeräts), Hand-Augen-Koordination, gezieltes visuelles Wahrnehmen oder auch die Reaktionsfähigkeit. Je mehr man spielt, desto flinker werden Finger und Augen.

Kognitive Kompetenzen

Strategisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen stehen dabei an erster Stelle. Durch das Navigieren von Spielfiguren in verschiedensten Räumen (Hallen, Strassen, Weltall usw.) lernt man, die Orientierung zu behalten und sich wichtige Wege zu merken. Dazu gehören auch Fähigkeiten wie schnelles Entscheiden, Kreativität, Problemlösungsvermögen, vorausschauendes Planen und das Erlernen von Sprachen (oft wird in Onlinespielen hauptsächlich auf Englisch kommuniziert). Ausserdem wird viel gelesen, sei es im Spiel selber oder über Spiele in Zeitschriften oder Gameforen.

Medienkompetenz

Gamen fördert die Medienkompetenz. Dadurch können der Zugang zu digitalen Medien, Computerkenntnisse und ein reflektiertes Verhalten in der digitalen Welt gefördert werden.

Sozialkompetenz

Viele digitale Spiele werden nicht alleine, sondern in Teams gespielt. Entweder im gleichen Raum oder online. Dabei können Teamfähigkeit, Toleranz und Kommunikationsfähigkeiten gefördert werden. In grossen Onlinespielen ist Kommunikation in der Gruppe sogar äusserst wichtig, da man die Ziele nur gemeinsam erreicht. Nicht zuletzt entstehen durch gemeinsames Offline- wie auch Onlinespielen neue Freundschaften mit Gleichgesinnten.

Persönlichkeitsbezogene Kompetenzen

In einem Spiel kann man gewinnen oder eben auch verlieren. Der Umgang mit Sieg und Niederlage ist, wie auch bei Nicht-Computerspielen (z. B. Schach oder Sportspielen), eine Herausforderung. Es braucht Durchhaltewillen, um in einem Spiel weiterzukommen. Gamerinnen und Gamer können oft sehr lange hochkonzentriert spielen – das erfordert viel Ausdauer. Dabei wird unter anderem die Frustrationstoleranz trainiert. Denn nicht selten müssen gewisse Aufgaben dutzende Male wiederholt werden, bevor man eine nächste Stufe erreicht.

Zusätzlich wird bei gewissen Games historisches, geschichtliches und politisches Hintergrundwissen vermittelt. So können unter anderem Fakten aus der Geschichte (z. B. über Könige, Kriege oder Revolutionen) in den Handlungen der Games vorkommen. Durch das Leiten von Gruppen in grossen Onlinegames werden das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen der Spielerinnen und Spieler gefördert. Gerade in Strategiespielen werden das Organisieren und Planen oder das Verstehen von wirtschaftlichen Zusammenhängen angeregt, indem man z. B. sicherstellen muss, dass genügend Nachschub eines Rohstoffes vorhanden ist.

Eine Experimentierzone

Neue Welten in digitalen Spielen zu entdecken heisst auch, andere Rollen und Identitäten anzunehmen. Beispielsweise kann ein Mädchen die Identität eines Jungen annehmen oder die Spielerinnen schlüpfen in die Rolle eines Piraten. Gamewelten bieten einen digitalen Raum, den man sich aneignen kann, indem man sich in einer Spielwelt bewegt und dort Handlungen vornimmt. Für viele Teenager sind diese Eigenschaften attraktiv, da sie sich in einer Entwicklungsphase befinden, in der sie sich verstärkt mit ihrer Identität und Zugehörigkeit auseinandersetzen. Im Beitrag «Die Faszination digitaler Spiele» finden Sie mehr Informationen dazu.

Tipps für Eltern

  • Games können Erwachsenen im Kontakt mit Jugendlichen eine Chance bieten. So sind Computerspiele geeignete Türöffner für Gespräche: Kinder und Jugendliche sprechen gerne über ihre Hobbys, so auch über Computerspiele!
  • Thematisieren Sie heikle Inhalte zusammen mit Ihrem Kind. Gemeinsam können Sie kritische Inhalte oder Risiken bei Games hinterfragen. Wägen Sie ab, ob ein Spiel für Ihr Kind geeignet ist oder nicht. Die Altersvorgaben eignen sich gut als Diskussionsgrundlage mit Kindern.
  • Informieren Sie sich über das Game. Die Beschreibung auf einer Verpackung bietet einige Informationen über den Inhalt eines Games. Auf YouTube können Sie beispielsweise mit dem Stichwort «How to play (Spieltitel)» ein Spiel suchen und mehr darüber erfahren.
  • Allgemeine Tipps und Empfehlungen im Umgang mit digitalen Spielen finden Sie im Artikel «Hilfreiche Tipps zum Thema Gamen für Eltern»

Die Themenreihe «Welt der Games» entstand in enger Zusammenarbeit mit Simon Staudenmann und Renato Hüppi von Gameinfo.