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Kosten bei Computerspielen bergen Risiken

Games bieten verlockende Möglichkeiten, echtes Geld auszugeben. Wie und wann solche Kosten anfallen, ist jedoch oft unklar. Deshalb besteht die Gefahr, dass die Kosten ungewollt und unkontrolliert in die Höhe schnellen. Ein paar Tipps, um die Kosten beim Gamen im Griff zu behalten.
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Jugendlicher am Bezahlen eines Games. Informationen zu Risiken von versteckten Kosten bei Games.

 

Es gibt sie noch, die Games, die man im Laden oder im Onlinestore kauft. Doch wer glaubt, dass nach dem Kauf keine Kosten mehr anfallen, kann sich täuschen. Die Welt der digitalen Spiele ist eine Industrie, die nach Profit und Erfolg strebt. Für die maximale Gewinnoptimierung eines Spiels lassen sich die Spielehersteller immer wieder Neues einfallen. Gerade beim Herunterladen kostenloser Spiele und Apps ist grosse Vorsicht geboten.

Dieser Text gehört zur Themenreihe «Welt der Games». In diversen Beiträgen werden Aspekte wie Chancen, Risiken und Faszination digitaler Spiele beleuchtet. Allgemeine Tipps und Empfehlungen im Umgang mit digitalen Spielen werden im Beitrag «Hilfreiche Tipps zum Thema Gamen für Eltern» vermittelt.

Gratisspiele sind oft nicht kostenlos

Vor allem auf Smartphones und Tablets können viele Spiele kostenlos heruntergeladen werden. Aber wirklich «gratis» gibt es bei Games nichts. Bezahlt man nicht mit Echtgeld, dann mit Daten. Oft wird bei kostenlosen Spielen der Datenschutz nicht eingehalten, oder sie sind vollgepackt mit Werbung. Zudem muss nach einer gewissen Spieldauer oder ab einem bestimmten Level, Geld investiert werden, um weiterzuspielen. Geld kann aber auch eingesetzt werden, um beispielsweise die Entwicklung eines Avatars oder den Bau einer Stadt schneller voranzutreiben.

In-Game-Käufe

Bei sogenannten «In-Game-Käufen» besteht die Möglichkeit, für kleine Beträge Güter zu kaufen, neue Fähigkeiten für die Spielfigur zu erwerben oder das nächste Level freizuschalten. Das nennt sich «Pay-to-Win», also bezahlen um zu gewinnen. Einige kostenpflichtige Artikel, wie die sogenannten «Skins» bei Fortnite, haben jedoch nicht einmal Einfluss auf das Spielgeschehen.

 

Die Skins sind lediglich Outfits und verändern nur das Aussehen, bringen aber keinen Vorteil im Spiel. Auch das «Panini-Prinzip» ist in Games beliebt: Man kauft eine Kiste mit Gegenständen (eine Lootbox), ohne zu wissen, was sich genau darin befindet. 

Auf PEGI.info finden Sie eine Übersicht aller Stores, welche In-Game-Käufe anbieten sowie Tipps, wie man In-App-Käufe auf dem Smartphone oder Tablet der Kinder und Jugendlichen einschränken oder deaktivieren kann.

Erwerbs- und Zahlungsmöglichkeiten bei Games

Kinder und Jugendliche besitzen in der Regel keine eigene Kreditkarte. Sie bezahlen die Spielkosten direkt via Handyrechnung oder via Anruf auf eine kostenpflichtige Nummer. Inzwischen bieten viele Stores auch eigene Guthabenkarten an, die an Kiosken bezogen und mittels eines Codes eingelöst werden können. Eine weitere Bezahlmöglichkeit besteht via Prepaid-Karte (Paysafecards), auf die ein fixes Guthaben geladen wird.

Kostenkontrolle

Die Möglichkeiten, in einem Game Geld auszugeben, werden immer vielfältiger. Weil es sich bei In-Game-Käufen um minimale Beträge handelt, sogenannte Mikrotransaktionen, verlieren Kinder und Jugendliche schnell den Überblick über die Ausgaben. Dies kann zu horrenden, nicht eingeplanten Rechnungen führen. Einschränken lässt sich das Risiko über diesen Kontrollverlust, indem man für Kinder und Jugendliche beispielsweise ein Prepaid-Abo löst oder eine Prepaid-Karte mit beschränktem (Spiel-)Guthaben kauft. Kreditkarten sollten nur in Begleitung Erwachsener eingesetzt werden und nicht auf einem Konto hinterlegt sein, auf das die Kinder Zugriff haben.

Währungen im Spiel

Einige Spiele führen eine eigene Währung, mit der Gegenstände oder Fähigkeiten gekauft werden können. Das können Goldmünzen, Drachmen, Pfennige oder anderes sein. Mit dem Kauf der Spielwährung kann der Reichtum und so teilweise auch der Erfolg im Spiel gesteigert werden. Diese Spielwährung wird mit echtem Geld bezahlt, z. B. via kostenpflichtige Telefonnummer oder Kreditkarte. Oft sind solche Währungen innerhalb eines Spiels verschleiert und auf den ersten Blick ist nicht ersichtlich, welchen realen Wert sie haben. Erst die (hohe) Handyrechnung bringt Klarheit über die Kosten.

Sozialer Druck

Wie Mode oder Musik können auch Games Zugehörigkeitsgefühle bewirken oder Druck auf Jugendliche ausüben. Games gehören zur Jugendkultur und sind im Alltag von Kindern und Jugendlichen wichtig. Ist ein Spiel «in», möchten Kinder und Jugendliche dieses auch spielen. Das kann ins Geld gehen. Mittels In-Game-Käufen können im Spiel auch exklusive Spezial-Gegenstände oder Skins gekauft werden. Wer solche besitzt, kann vielleicht damit prahlen. Das wiederum kann unter Kindern Neid erzeugen.

Tipps für Eltern

  • Informieren Sie sich über die Games, die Ihr Kind spielt, und welche Kosten dabei entstehen können.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Risiken von Games und erklären Sie Ihrem Kind die Folgen von In-Game-Käufen. Die Diskussion und der gemeinsame Entscheid über ein «Game-Budget» kann eine transparente Lösung sein.
  • Gegebenenfalls wechseln Sie für Ihr Kind vom Handyabo auf die Prepaid-Variante, um ungeplante Kosten zu vermeiden.
  • Allgemeine Tipps und Empfehlungen im Umgang mit digitalen Spielen finden Sie im Artikel «Hilfreiche Tipps zum Thema Gamen für Eltern».

Die Themenreihe «Welt der Games» entstand in enger Zusammenarbeit mit Simon Staudenmann und Renato Hüppi von Gameinfo.