Medien & Internet

Chancen von Computerspielen

Computerspielen haftet oft ein schlechtes Image an. Mit der nötigen Vorsicht ausgewählt, haben digitale Spiele auch positive Seiten. Beim Spielen werden Inhalte kombiniert, Fingerfertigkeit geübt, Reaktionsfähigkeit geschult und soziale Fähigkeiten verlangt. Games machen Spass und ergänzen Alltagserfahrungen.
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Spielen macht Spass

Oftmals geht es beim Spielen nicht um den Inhalt, sondern ums Spielen an sich und um den Spass. So spielen Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Unterhaltung und zum Ausgleich, genauso wie auch andere Medien «konsumiert» werden. Anders als bei Büchern und Filmen können die Spielerinnen und Spieler bei Games den Verlauf der Geschichte bis zu einem gewissen Grad selber beeinflussen. Digitale Spiele lassen also mehr Interaktion und Kreativität zu als etwa Bücher.

Lernmöglichkeiten

Genauso wie bei traditionellen Spielen, wie beispielsweise Schach, Monopoly oder Mikado, werden auch beim Gamen neue Fertigkeiten erworben oder vorhandenes Können wird verbessert. Viele Computerspiele sind komplex und sprechen die Spielerinnen und Spieler auf unterschiedlichen Ebenen an. Dadurch eröffnen sich verschiedene Lernmöglichkeiten. Kinder müssen jedoch nicht Gamen, um Fertigkeiten zu erlernen. Diese können sie auch anderweitig erwerben, etwa durch analoge Spiele.

Dieser Text gehört zur Themenreihe «Welt der Games». In diversen Beiträgen werden verschiedene Aspekte wie Chancen, Risiken und Faszination rund um digitale Spiele beleuchtet. Allgemeine Tipps und Empfehlungen im Umgang mit digitalen Spielen werden im Beitrag «Hilfreiche Tipps zum Thema Gamen für Eltern» vermittelt.

Diese Kompetenzen und Fähigkeiten werden gefördert:

Fingerfertigkeit üben

Bei vielen Games braucht es Fingerfertigkeit, eine gezielte visuelle Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit. Mit etwas Übung werden Finger und Augen flinker.

Vorausschauend planen

Räumliches Vorstellungsvermögen ist wichtig, um sich im Computerspiel zurechtzufinden. Durch das Navigieren von Spielfiguren in verschiedensten Räumen (Hallen, Strassen, Weltall usw.) lernt man, die Orientierung zu behalten und wichtige Wege zu merken. Auch strategisches Denken wird gefördert. Dazu gehören Fähigkeiten wie schnelles Entscheiden, Kreativität, Problemlösungsvermögen und vorausschauendes Planen.

Medienkompetenz

Gamen fördert die Medienkompetenz. Im Spiel wird ein Zugang zu digitalen Medien eröffnet. Dadurch werden die Computerkenntnisse verbessert.

Das Wir-Gefühl fördern

Viele Games spielt man nicht alleine, sondern in Gesellschaft. Entweder befinden sich die Teams im gleichen Raum oder sind online verbunden. Dabei werden Teamfähigkeit, Toleranz und Kommunikationsfähigkeiten gefördert. Da man gewisse Ziele nur gemeinsam erreicht, ist vor allem bei grossen Onlinespielen die Kommunikation in der Gruppe äusserst wichtig. Ob offline oder online, beim Spielen können neue Freundschaften mit Gleichgesinnten entstehen.

Umgang mit Sieg und Niederlage

In einem Game kann man gewinnen oder verlieren. Wie bei Nicht-Computerspielen (z.B. Schach oder Sportspielen), bedeutet der Umgang mit Sieg und Niederlage eine Herausforderung. Es braucht Durchhaltewillen, um in einem Spiel weiterzukommen. Gamerinnen und Gamer können oft sehr lange hochkonzentriert spielen – das erfordert viel Ausdauer. Dabei wird unter anderem die Frustrationstoleranz trainiert. Nicht selten müssen gewisse Aufgaben dutzende Male wiederholt werden, bevor man eine nächste Stufe erreicht.

Wissen erweitern

Beim Leiten von Gruppen in grossen Online-Games werden das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen der Spielerinnen und Spieler gefördert. In Strategiespielen übt man sich im Organisieren und Planen. In Spielen, in denen man sicherstellen muss, dass genügend Nachschub eines Rohstoffes vorhanden ist, lernt man wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen.

Zusätzlich wird bei gewissen Games historisches, geschichtliches und politisches Hintergrundwissen vermittelt. So können unter anderem Fakten aus der Geschichte (zum Beispiel über Könige, Kriege oder Revolutionen) in den Handlungen der Games vorkommen. Spielerisch lernen Kinder und Jugendliche auch Sprachen. Oft wird in Onlinespielen auf Englisch kommuniziert, wie beispielsweise beim Spiel «Among Us».

Eine Experimentierzone

Neue Welten in digitalen Spielen zu entdecken heisst auch, andere Rollen und Identitäten anzunehmen. Beispielsweise übernimmt ein Mädchen die Identität eines Jungen oder die Spielerinnen schlüpfen in die Rolle eines Piraten. Gamewelten bieten einen digitalen Raum, den man sich aneignen kann. Wie beim herkömmlichen Rollenspiel von Kindern bewegt man sich in einer Spielwelt und nimmt dort Handlungen vor. Für viele Teenager sind diese Eigenschaften attraktiv. Sie befinden sich in einer Entwicklungsphase, in der sie sich verstärkt mit ihrer Identität und Zugehörigkeit auseinandersetzen. Im Beitrag «Faszination Computerspiele»  finden Sie mehr Informationen dazu.

Altersgerechte Games wählen

Gerade jüngere Spielerinnen und Spieler können von Computerspielen überfordert werden. Umso wichtiger für Eltern, die Altersangaben zu beachten und das Kind im Umgang mit Games zu begleiten. Zentral ist, dass sich Eltern über den Inhalt eines Games informieren. Nicht zu unterschätzen ist, dass alle Altersgruppen Risiken wie Sucht oder versteckten Kostenfallen ausgesetzt sind.

Tipps für Eltern

  • Games sind eine Möglichkeit, um den Kontakt zu Jugendlichen herzustellen. So sind Computerspiele geeignete Türöffner für Gespräche: Kinder und Jugendliche sprechen gerne über ihre Hobbys, auch über Computerspiele!
  • Thematisieren Sie heikle Inhalte zusammen mit Ihrem Kind. Gemeinsam können Sie kritische Inhalte oder Risiken von Games hinterfragen. Wägen Sie ab, ob ein Spiel für Ihr Kind geeignet ist oder nicht. Die Altersvorgaben eignen sich gut als Diskussionsgrundlage mit Kindern.
  • Informieren Sie sich über das Game. Die Beschreibung auf einer Verpackung enthält einige Informationen über den Inhalt eines Games. Auf YouTube können Sie beispielsweise mit dem Stichwort «How to play (Spieltitel)» ein Spiel suchen und mehr darüber erfahren.
  • 12 hilfreiche Tipps und Empfehlungen im Umgang mit digitalen Spielen.

Die Themenreihe «Welt der Games» entstand in enger Zusammenarbeit mit Simon Staudenmann und Renato Hüppi von Gameinfo .

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Mutter spricht mit Tochter über den Krieg.

Da sein für Kinder und Jugendliche in Sorgen

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