Wie geht es den Jugendlichen in der Schweiz?
Das sind die wichtigsten Erkenntnisse
Künstliche Intelligenz hilft bei Sorgen
Neu wurden die Jugendlichen gefragt, ob sie sich bei Problemen an eine KI wie ChatGPT wenden. Jede*r Zehnte gibt an, dies zu tun. Ähnlich viele Jugendliche wenden sich bei Sorgen an Fachstellen und Beratungsangebote wie die Nummer 147 von Pro Juventute.
Junge Menschen fühlen sich zunehmend wegen ihrer beruflichen Zukunft gestresst
Während Schulstress durch Prüfungen der grösste Stressfaktor für Jugendliche in der Schweiz bleibt, fühlen sich mehr Jugendliche wegen ihrer beruflichen Zukunft gestresst als bei der ersten Befragung. Rund ein Drittel macht sich häufig oder sehr häufig darüber Gedanken – bei der ersten Erhebung lag der Anteil noch bei einem Viertel.
Sorgen wegen globaler Krisen nehmen stark zu
Rund ein Drittel der Befragten macht sich grosse Sorgen um die Welt – bei der ersten Erhebung war es noch ein Viertel. Der Anteil der Jugendlichen, die sich Sorgen wegen Kriegen in der Welt machen, ist von 25 auf 40 Prozent gestiegen.
Jugendliche mit Migrationshintergrund sind deutlich stärker belastet
Jugendliche, deren beide Elternteile nicht aus der Schweiz stammen, berichten öfter von Stress und grösseren Sorgen um ihre psychische Gesundheit. Sie erleben die Beziehung zu ihren Eltern häufiger als belastet und fühlen sich stärker unter Druck gesetzt. Schulische Anforderungen belasten sie besonders stark: 24 Prozent geben an, sehr häufig unter Prüfungsstress zu stehen, gegenüber 11 Prozent der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund.
Junge Frauen stehen unter besonders grossem psychischem Druck
Mehr als die Hälfte der jungen Frauen sorgt sich um die eigene psychische Gesundheit – jede Dritte fühlt sich häufig müde und erschöpft. Weibliche Befragte berichten deutlich häufiger von Stress durch schulische, ausbildungsbezogene und persönliche Faktoren. Gleichzeitig sprechen sie häufiger mit Freund*innen, Eltern oder Geschwistern über ihre Probleme und wenden sich dreimal so häufig an Fachpersonen wie männliche Befragte.
Soziale Medien heben die Stimmung – doch vielen fällt das Abschalten schwer
Für die Mehrheit sind soziale Medien keine direkte Belastung: Nur 18 Prozent fühlen sich dadurch gestresst. Ein Drittel gibt an, dass soziale Medien oder Games die Stimmung verbessern. Die Hälfte der Jugendlichen hat jedoch Mühe, das Handy wegzulegen. Ein Viertel nutzt digitale Medien trotz negativer Auswirkungen weiter – jede fünfte Person hält den eigenen Konsum für problematisch.
Diese Ergebnisse der Pro Juventute Jugendstudie 2024 haben sich bestätigt:
- Der grossen Mehrheit geht es gut: 88 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz geben an, sich grundsätzlich psychisch wohlzufühlen.
- Viele Jugendliche haben Therapieerfahrung: Mehr als ein Zehntel der Jugendlichen gibt an, derzeit in therapeutischer Behandlung zu sein. Ein Drittel hat bereits Erfahrung mit Therapieangeboten gemacht.
- Schul- und Ausbildungsstress ist der grösste Stressfaktor: 41 Prozent der Jugendlichen fühlen sich durch Prüfungen in Schule oder Ausbildung gestresst.
- Die Beziehung zu den Eltern ist ein Schutzfaktor für die psychische Gesundheit: Bei Sorgen wenden sich 81 Prozent an ihre Eltern. Insgesamt geben 88 Prozent an, sich auf ihre Eltern verlassen zu können.
Mehr zu den Ergebnisse der ersten Pro Juventute Jugendstudie (2024)
Angaben zur Studie
- Die repräsentative Pro Juventute Jugendstudie untersucht zentrale Stressfaktoren, Sorgen und Bewältigungsstrategien und ist damit eine der umfassendsten Erhebungen zur Lebenswelt von Jugendlichen in der Schweiz.
- Die Studie wurde von Pro Juventute in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Susanne Walitza, Direktorin der KJPP, und ihrem Forschungsteam sowie Yougov Schweiz realisiert.
- Die Nettostichprobe besteht aus 960 in der Schweiz lebenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 25 Jahren.
- Diese Studie sowie die erste Pro Juventute Jugendstudie von 2024 wurden durch eine finanzielle Förderung der Ernst Göhner Stiftung ermöglicht.
Zur Medienmitteilung