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Cybermobbing: Kinder-, Jugend- und Betroffenenorganisationen fordern Nationalrat zum Handeln auf

Zürich, 09. Dezember 2025 – Die Organisationen Pro Juventute, Célinesvoice, UNICEF Schweiz & Liechtenstein, Kinderschutz Schweiz, der Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit, das Netzwerk Kinderrechte Schweiz und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV richten sich mit einem Offenen Brief an den Nationalrat. Sie fordern, die parlamentarische Initiative 20.445 «Neue Strafnorm: Cybermobbing» an der Wintersession nicht abzuschreiben, und damit ein klares Signal für einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen zu setzen.
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Cybermobbing

Cybermobbing gehört leider für viele Kinder und Jugendliche in der Schweiz zum Alltag. Rund ein Drittel von ihnen erlebt digitale Anfeindungen, Beleidigungen oder systematische Ausgrenzung. Die Folgen sind oft gravierend: psychische Belastungen, sozialer Rückzug, Schlafstörungen bis hin zu Suizidgedanken. Die bestehende Gesetzgebung deckt zwar einzelne Tatbestände ab, lässt aber grosse Lücken, insbesondere wenn sich verletzendes Verhalten über längere Zeit und über verschiedene Kanäle aufsummiert.

Klare Rechtsgrundlage statt Graubereich 

Die unterzeichnenden Kinder-, Jugend- und Betroffenenorganisationen betonen, dass eine eigenständige Strafnorm entscheidend wäre, um Betroffenen mehr Schutz, Orientierung und Zugang zur Justiz zu ermöglichen. Ebenso würde sie Polizei, Schulen und Behörden eine klare Grundlage geben, um systematisches Mobbing konsequent zu erkennen und einzuschreiten. Gleichzeitig wäre die Strafnorm ein starkes gesellschaftliches Signal: Psychische Gewalt ist echte Gewalt – online wie offline.

Appell an den Nationalrat

Im offenen Brief fordern die Organisationen den Nationalrat auf, den Beschluss seiner vorberatenden Rechtskommission RK-N nicht zu bestätigen und die Parlamentarische Initiative 20.445 von Gabriela Suter nicht abzuschreiben, die einen Straftatbestand Cybermobbing fordert. Die bereits geleistete Vorarbeit solle stattdessen in eine Vernehmlassung überführt werden. Damit würde die Politik anerkennen, wie dringend Kinder und Jugendliche einen besseren rechtlichen Schutz vor digitaler Gewalt benötigen. 

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