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Suizidpräventionstag: Kinder und Jugendliche dürfen in der Krise nicht allein gelassen werden

Zürich, 10.09.2025 – Jeden Tag kämpfen Kinder und Jugendliche in der Schweiz mit Suizidgedanken. Sie fühlen sich überfordert, allein gelassen oder nicht gehört. Am heutigen Welttag der Suizidprävention lanciert Pro Juventute gemeinsam mit dem Kanton Zürich eine Online-Kampagne, um Jugendliche zu ermutigen, bei Suizidgedanken Hilfe zu holen. Die Stiftung fordert zudem auch politische Massnahmen, um die Suizidprävention nachhaltig zu stärken.
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Präventionstag

Suizid ist eine der häufigsten Todesursachen von jungen Menschen in der Schweiz und verursacht unermessliches Leid. Er trifft nicht nur die Betroffenen, sondern hinterlässt tiefe Spuren von Trauer und Verunsicherung bei Familien und Bekannten. Hinter einem Suizidversuch steckt eine grosse Not. Viele Menschen kündigen ihren Suizidgedanken direkt oder indirekt an. Deshalb ist es entscheidend, diese Signale ernst zu nehmen und offen über vermutete Suizidgedanken zu sprechen - gerade auch bei Kindern und Jugendlichen. Und es ist entscheidend, dass es Angebote gibt, welche bei Suizidgedanken niederschwellig und vertrauensvoll da sind. So wie 147 von Pro Juventute.

Immer mehr Kinder und Jugendliche berichten von Suizidgedanken

Die Zahlen des Beratungsangebots 147 von Pro Juventute verdeutlichen die Dringlichkeit der Suizidprävention bei jungen Menschen: Im laufenden Jahr wandten sich jeden Tag durchschnittlich 12-13 Kinder und Jugendliche wegen Suizidgedanken an das 147. In über 200 Fällen musste die Beratung in akuten Situationen Blaulichtorganisationen einschalten, um Leben zu retten oder akute Gefährdungen abzuwenden.

Wenn es Jugendlichen nicht gut geht, ist es wichtig, genau hinzuschauen, nachzufragen und zu signalisieren: Ich bin da. Du bist nicht allein.

Pro Juventute ruft am Welttag der Suizidprävention Politik und Gesellschaft dazu auf, die Suizidprävention nachhaltig zu stärken. So braucht es eine nachhaltige Förderung von Präventionsprogrammen, eine Stärkung niederschwelliger Erstanlaufstellen wie dem 147 und mehr Therapieplätze für psychisch belastete Kinder und Jugendliche. Nur so können junge Menschen in akuten Krisen rechtzeitig Unterstützung finden.

Kampagne mit dem Kanton Zürich: Hinsehen, zuhören, handeln

Zum Welttag der Suizidprävention beteiligt sich Pro Juventute an der Umsetzung der Suizidpräventionskampagne, die «Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich» im Auftrag der Gesundheitsdirektion durchführt. Die Kampagne richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene und soll sie ermutigen, Hilfe zu holen und erwachsene Vertrauenspersonen Erwachsene einzubeziehen, wenn sie selbst oder Freundinnen oder Freunde von Suizidgedanken betroffen sind.

Die diesjährige Suizidpräventionskampagne umfasst verschiedene Kurzvideos, die ab sofort auf Snapchat, TikTok und Instagram ausgestrahlt werden. Darin erzählen Jugendliche, wie sie in kritischen Momenten Hilfe gesucht haben, und zeigen, wie wichtig es ist, Warnsignale ernst zu nehmen und offen über Suizidgedanken zu sprechen. Ab dem Jahreswechsel werden die Inhalte zusätzlich auf Plakaten im Kanton Zürich sichtbar sein, um auch die breite Bevölkerung zu sensibilisieren.

Pro Juventute dankt der Gesundheitsdirektion für die Finanzierung und «Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich» herzlich für das Vertrauen und die langjährige Zusammenarbeit bei der Umsetzung dieser wichtigen Kampagne, die jungen Menschen Wege aufzeigt, in Krisensituationen Unterstützung zu finden.

Zu den Videos der Kampagne: 147 TikTok

Kontakt für Medien

Pro Juventute
Lulzana Musliu
Thurgauerstrasse 39
8050 Zürich

 

 

 

 

 

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