Geschichte

Die Stiftung Pro Juventute blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Es ist die Geschichte bewegter und lehrreicher Jahre.
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Kinder feiern das 50-jährige Jubiläum von Pro Juventute.

Nebst dieser Chronologie finden Sie alle historischen Dokumente frei zugänglich im Schweizerischen Sozialarchiv in Zürich.

2019

Pro Juventute organisiert sich im Jahr 2019 neu, um die lokale Präsenz in allen Regionen und Landesteilen der Schweiz langfristig zu sichern. Statt in kantonalen Pro Juventute Organisationen werden die lokalen Tätigkeiten künftig in fünf Regionalstellen zusammengefasst Die Umsetzung startet im Herbst 2019 mit der Pionierregion Zentralschweiz und wird anschliessend gestaffelt weitergeführt. Am 20. November - dem Tag der Kinderrechte – feiern über 850 Kinder in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset auf dem Bundesplatz in Bern 30 Jahre UNO-Kinderrechtskonvention. Sie informierten sich über ihre Rechte als Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft und stellten ihre Forderungen an Politik und Gesellschaft.


2018

Die SBB und Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich führen zusammen mit Pro Juventute und weiteren Partnern eine gemeinsame Kampagne zur Suizidprävention durch. Diese zeigt auf, wie junge Menschen helfen können, wenn eine Freundin oder ein Freund Suizidgedanken hat. Fünf junge Erwachsene erzählen in kurzen Clips von ihren Erfahrungen und machen Mut, das Tabuthema anzusprechen und Hilfe anzufordern. Pro Juventute entwickelt mit dem Prinzip des Peer-Involvement – dem Einbezug von Jugendlichen – das Beratungsangebot weiter und wendet dieses Prinzip auch in der Beratung selbst an. Seit dem 1. April bieten die ersten fünf Peer-Beraterinnen und -Berater vorerst jeden Montagabend Gleichaltrigen Unterstützung über einen Chat-Kanal an. Sie werden dabei von einem erfahrenen Peer-Coach begleitet. Diese ausgebildete Fachperson gibt Tipps, macht auf Gefahren aufmerksam, kann von den Jugendlichen zur Unterstützung beigezogen werden, im Notfall direkt in einen Chatverlauf eingreifen oder eine Krisenintervention auslösen. Kinder in der Schweiz spielen nur noch 29 Minuten pro Tag selbstständig und ohne Aufsicht draussen. Dies hat eine im Jahr 2016 von Pro Juventute in Auftrag gegebene Studie ergeben. Das Pro Juventute Spielfestival am 25. & 26. Mai 2018 in Biel soll die Entwicklung von bespielbaren Städten fördern und dazu beitragen, dass die Diskussion über die Rolle des Spiels in Stadtentwicklungsprozessen geführt wird.
 

2017

Pro Juventute organisiert ihr Beratungsangebot in der französischsprachigen Schweiz neu und erbringt die Beratungsleistung, welche bislang extern an den Verein Telme mandatiert war, per 1. Juli 2017 selber. Pro Juventute unterstützt Jugendliche neu mit kostenlosen Bewerbungstrainings bei der Suche nach einer Lehrstelle. Im Jahr 2016 hat Pro Juventute ein Pilotprojekt in vier Kantonen in der Deutschschweiz durchgeführt, das auf grosses Interesse in den Schulen gestossen ist. Die Stiftung nimmt das Angebot deshalb fest in das Programm zur Prävention der Jugendarbeitslosigkeit auf. Druck und Überforderung betreffen nicht mehr nur den Alltag von Erwachsenen. Bereits Kinder und Jugendliche leiden zunehmend unter Stress - mit oft gravierenden Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Mit der landesweiten Kampagne «Weniger Druck. Mehr Kind.» macht Pro Juventute auf das wachsende Problem aufmerksam und fordert Eltern, Betreuungs- und Lehrpersonen zum Umdenken und zum Handeln auf.
 

2016

Pro Juventute entwickelt in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Schwyz unter der Leitung von Prof. Dr. Dominik Petko einen webbasierten Medienkompetenz-Test. Dieser ermöglicht auf einer soliden wissenschaftlichen und statistischen Grundlage den Lehrpersonen eine Einstufung ihrer Klasse. Auf Basis dieser Einstufung werden die passenden Unterrichtsmaterialien zum Thema Medienkompetenz empfohlen. Während Kinder in den 1970er Jahren einen Grossteil ihrer Freizeit im Freien verbrachten und sich jeden Tag 3 bis 4 Stunden bewegten, zeigt eine Studie im Auftrag von Pro Juventute, dass Deutschschweizer Kinder im Durchschnitt nur noch 32 Minuten pro Tag ohne Aufsicht draussen spielen, Kinder in der Romandie sogar nur 20 Minuten. Jedes dritte Kind in unserem Land kann gar nicht draussen spielen oder nur unter der ständigen Aufsicht von Erwachsenen. Pro Juventute fordert deshalb, dass in der Raum- und Stadtentwicklung die Bedürfnisse der Kinder nach Freiräumen in ihrer Wohnumgebung ernst genommen und stärker berücksichtigt werden.
 

2015

Lancierung der Jugendleiter-Beratung, einer kostenlosen, rund um die Uhr erreichbaren Beratung für Betreuerinnen und Betreuer in Freizeit-, Sport- und Jugendorganisationen. Interimistische Trägerschaft der Fachstelle mira zur Prävention sexueller Gewalt im Freizeitumfeld. Lancierung des Programms Berufliche Neuorientierung, um Jugendarbeitslosigkeit entgegenzuwirken, da rund 20'000 junge Erwachsene in der Schweiz ohne Arbeit sind. Lancierung der nationalen Mobilisierungs- und Sensibilisierungskampagne Freiraum – mehr Platz für Kinder! um Raum für Kinder zurückzugewinnen.
 

2014

Auch im Jahr 2014 können dank der Spenden und Zuwendungen aus Bevölkerung, Wirtschaft und Politik rund 300'000 Kinder und Jugendliche und 100'000 Eltern mit den Programmen und Aktivitäten von Pro Juventute unterstützt werden. Um immer genau dort zu sein, wo Unterstützung am nötigsten ist, werden dabei auch neue Projekte entwickelt. Gemeinsam mit dem Kanton Basel-Stadt erweitert Pro Juventute etwa das Themenspektrum ihrer bewährten Elternbriefe und bietet seit 2014 Eltern mit dem neu entwickelten Ratgeber «Extrabrief Teenager» Unterstützung. Die Beratung + Hilfe 147 wird um die Mailberatung und der Möglichkeit von Live-Beratungen für Schulklassen erweitert. Und mit der landesweiten Jugendkampagne «Echtes Leben» bestärkt Pro Juventute Jugendliche in ihrem Selbst- und Körperbild. Auch in den Regionen ist Pro Juventute aktiv: So erhalten beispielsweise Kinder im Kanton Solothurn Hilfe durch betreute Hausaufgabenstunden. In Bern ermöglicht Pro Juventute mit lokalen Jobbörsen Jugendlichen sinnvolle Jobangebote in ihrer Freizeit. Ausserdem engagiert sich Pro Juventute gemeinsam mit den grossen Schweizer Hilfswerken und Verbänden und Persönlichkeiten aus der Bevölkerung unter dem Titel «Menschenrechte sind Schweizer Rechte» für den Erhalt der Menschenrechte in der Schweiz.
 

2013

Lancierung der landesweiten Aufklärungskampagne zum Thema Sexting. Die Schulworkshops Medienprofis werden schweizweit ausgerollt. Mit der Einführung der SMS-Beratung im Tessin können sich Kinder und Jugendliche in der ganzen Schweiz per Telefon, SMS, Chat und Web-Self-Service an die Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 wenden.
 

2012

Im Jahr ihres 100jährigen Bestehens lanciert Pro Juventute in einem Jahr mehrere Grossprojekte: mit dem anderthalb Jahre dauernden Kinderprojekt «Kindern eine Stimme geben» trägt Pro Juventute die Bedürfnisse der Jugend in die Bevölkerung, sie führt die Elternberatung ein und lanciert die Sensibilisierungskampagne «Stopp Cyber-Mobbing» und engagiert sich politisch für die Vermittlung von Finanz- und Medienkompetenz im Lehrplan. Zudem erscheint der Ratgeber «Vereinbarkeit von Familie und Beruf». Zu ihrem 100. Geburtstag kann die grösstenteils über Spenden finanzierte Stiftung zudem nach einer dreijährigen Sanierungsphase erstmals seit 15 Jahren wieder eine ausgeglichene Rechnung präsentieren.
 

2011

Die Stiftung entwickelt den Elternratgeber «Pro Juventute Unser Kind» für fremdsprachige Eltern. Im Herbst führt Pro Juventute die erste landesweite Jugendsuizidpräventionskampagne der Schweiz durch.
 

2010

Lancierung «Ich bin Pro Juventute»: Bundesrat Didier Burkhalter wird offizieller Pro Juventute-Botschafter. Über 30 Schweizer Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport engagieren sich als Pro Juventute-Botschafter mit dem Claim «Ich bin Pro Juventute». Pro Juventute führt das Sozialkompetenz-Lehrmittel Pro Juventute What's up ein und lanciert Pro Juventute Gametest.
 

2009

Pro Juventute initiiert die Projekte Handyprofis, Kinder-Cash und Potz Tuusig. Das Bundesamt für Kommunikation zeichnet Handyprofis mit dem Preis «Ritter der Kommunikation» aus.
 

2007

Pro Juventute startet die nationale Petition «Stopp der (un)heimlichen Gewalt». Darin fordert sie eine einheitliche und wirksame Regelung für den Schweizerischen Kinder- und Jugendmedienschutz.
 

2001

Start des Pro Juventute Bildungsprojekts «Kinder lernen ihre Rechte kennen». Dabei erhalten Schulkinder in den Kantonen Informationen über ihre Rechte aus der UNO-Kinderrechtskonvention. Sie ist in der Schweiz seit 1997 in Kraft.
 

1999

Die Notrufnummer Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 ist für Kinder und Jugendliche in der ganzen Schweiz Tag und Nacht in Betrieb.
 

1992

Aufbau des neuen Sorgentelefons «Help-o-Fon», dem Vorgänger der Beratung + Hilfe 147.
 

1985

Pro Juventute startet das Projekt «Familienbegleitung», das Kinder und Familien in schwierigen Familiensituationen unterstützt.
 

1978

Pro Juventute führt in den meisten Pro Juventute Bezirken die Ferienspass-Aktion ein.
 

1973

Das 1926 gegründete Hilfswerk für Kinder der Landstrasse wird nach heftiger Kritik in den Medien auf Druck der Öffentlichkeit aufgelöst. Mit Hilfe der Behörden nahm Pro Juventute 586 Kinder aus fahrenden Familien ihren Eltern weg, um sie zur Sesshaftigkeit zu erziehen.

1970

Erstmals gelangt die Stiftung mit neu geschaffenen Pro Juventute Elternbriefen an alle Eltern von Neugeborenen in Zürich und Basel.
 

1961

Der Kinderzirkus «Robinson» geht erstmals auf Tournee. Er existiert heute noch.
 

1954

Eröffnung der ersten beiden Robinsonspielplätze in Rüschlikon und Zürich-Wipkingen.
 

1942

Erste Säuglingspflegekurse mit Pro Juventute Säuglingsschwestern. Auf die Schulung von jungen Eltern folgt die schweizweite Mütter- und Väterberatung, die Entwicklung der Pro Juventute Elternbriefe und des Ratgeber-Klassikers «Das erste Lebensjahr».
 

1931

Gründung des Schweizerischen Jugendschriftenwerkes (SJW) durch Pro Juventute, die kantonalen Erziehungsbehörden und die Gemeinnützige Gesellschaft.
 

1930

Gründung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Ferien und Freizeit (SAF), der Vorläuferin der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV)
 

1926

Das «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» wird gegründet, um Kinder aus fahrenden Familien zu sesshaften und arbeitsamen Menschen zu erziehen.
 

1924

Gründung des Schweizer Bundes für Jugendherbergen. Übernahme der Geschäftsstelle durch Pro Juventute 1927.
 

1922

Gründung der «Genossenschaft Kindersanatorium Pro Juventute» (heute: Alpine Kinderklinik)
 

1912

Gründung der Stiftung Pro Juventute unter der Schirmherrschaft der «Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft» mit dem Ziel der Bekämpfung von Tuberkulose bei Kindern und Jugendlichen.