Familie & Gesellschaft

Finanziell über Wasser bleiben – trotz Corona

Mit der Kurzarbeit ist der Lohn plötzlich tiefer, durch die Selbstständigkeit fällt ein Einkommen komplett weg oder das Annullieren der gebuchten Ferien ist mit einer grösseren Einbusse verbunden. Die aktuelle Situation aufgrund des Coronavirus belastet manches Familienbudget in vielerlei Hinsicht.
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Budget neu erstellen und Finanzen im Überblick behalten

Der Lockdown hat nicht nur Auswirkungen auf unseren Alltag, sondern belastet unter Umständen auch das Familienbudget. Wichtig ist deshalb, dass sich Familien mit ihrer veränderten Finanzsituation auseinandersetzen, darüber sprechen und gemeinsam nach Möglichkeiten und Lösungen suchen. Dazu gehören, entsprechende Ausgleiche und Leistungen durch Versicherungen oder den Bund zu beantragen, sowie Budgetanpassungen vorzunehmen und den Umgang mit Geld im Familienalltag zu überdenken. 

Familienbudget überarbeiten

Sollten sich Ihr Einkommen und/oder Ihre Ausgaben durch die aktuelle Corona-Situation verändern, empfehlen wir Ihnen, ein neues Budget zu erstellen. Dafür gibt es einfach zu nutzende Apps oder Vorlagen, beispielsweise vom Dachverband Budgetberatung Schweiz. Machen Sie eine Gegenüberstellung des momentanen Einkommens mit den Ausgaben aller Familienmitglieder. Passen Sie die Ausgaben falls möglich an, um keine oder nur wenig Schulden zu machen.

Bei den Ausgaben Prioritäten setzen

Krankenkasse, Miete zählen zu den Fixkosten und haben bei den Ausgaben erste Priorität. Nehmen Sie mit den entsprechenden Personen Kontakt auf, wenn es Ihnen als Familie oder als Geschäftsperson nicht möglich ist, fristgerecht zu bezahlen. Versuchen Sie gemeinsam eine Lösung zu finden. 

Natürlich stehen auch Lebensmittel oben auf der Prioritätenliste. Trotzdem lohnt es sich zu überlegen, welche Lebensmittel eine Familie wirklich braucht und worauf verzichtet werden kann. Ein gemeinsam erstellter Menüplan für die ganze Woche hilft, gezielt und überlegt einzukaufen. So kann vermieden werden, dass man zu oft in den Supermarkt und unter Leute gehen muss. Alternativ bieten natürlich auch viele Geschäfte Lieferungen nach Hause an.  

Über Konsum nachdenken und sprechen  

Wegen der Pandemie verbringen wir alle nun viel Zeit zu Hause. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um über Veränderungen im Familienbudget oder ganz allgemein über Geld und Konsum nachzudenken. Mit Kindern lässt sich gut über Wünsche und unser Konsumverhalten philosophieren. Oft ergeben sich aus den Fragen und Gedanken der Kinder interessante und tiefgründige Gespräche. Was ist Geld? Was ist wichtig? Was braucht man zum Überleben? Worauf kann man gut verzichten? Was kann man mit Geld nicht kaufen? usw. 

Taschengeld und Jugendlohn anpassen

Weil sich das Taschengeld und der Jugendlohn am jeweiligen Familienbudget orientiert, ist es durchaus legitim, während dieses Ausnahmezustands auch diese Beträge entsprechend anzupassen. Seien Sie offen gegenüber Ihren Kindern, erklären Sie die veränderte Lage und vereinbaren Sie gemeinsam eine befristete Neuregelung.

Für Unerwartetes sparen

Versuchen Sie, sofern möglich, auch in finanziell schwierigen Zeiten etwas für unerwartete Ausgaben auf die Seite zu legen. Auch beim Budget empfiehlt es sich, einen Posten für Unvorhersehbares einzufügen. Für Familien sind Ersparnisse bei finanziellen Engpässen eine grosse Hilfe und Erleichterung. Die Ausnahmesituation wegen des Coronavirus ist für Eltern ein ideales Beispiel, um Kindern aufzuzeigen, weshalb sparen so wichtig ist. 

Den Überblick über digitale Ausgaben behalten

Aktuell läuft ein grosser Teil des Alltages online ab. Vermehrt wird mit Kreditkarten bezahlt oder auf Rechnung gekauft. Behalten Sie auch in der digitalen Welt den Überblick über Ihre Finanzen. Vermeiden Sie Online-Shopping aus Frust oder zum Zeitvertreib. Achten Sie zudem auf In-App-Käufe, welche zum Beispiel in vielen Online-Spielen versteckt sind. 

Hilfe und Unterstützung suchen 

Wenn Sie merken, dass Sie sich finanziell nicht über Wasser halten können, nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit einer Beratungsstelle wie zum Beispiel Schuldenberatung der Caritas oder des Kantons oder Schuldenpräventionsstelle auf.

Das Coronavirus bringt verschiedenste Herausforderungen mit sich und weckt viele Emotionen. Besonders, wenn es um finanzielle Sicherheit oder Existenzängste geht. Wenn Sie an Ihre Grenzen stossen, unsicher sind oder Fragen haben, ist die Elternberatung von Pro Juventute rund um die Uhr und kostenlos für Sie da. 

Tipps für Eltern

  • Sprechen Sie mit Ihrer Familie über veränderte Finanzsituationen und suchen Sie nach Lösungen und Sparmöglichkeiten.
  • Passen Sie das Budget auf die neue finanzielle Lage an und versuchen Sie, Fixkosten weiterhin zu bezahlen.
  • Versuchen Sie Ihre Ausgaben zu verringern. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern, was notwendig ist und worauf verzichtet werden kann. Beispielsweise beim Einkauf von Lebensmitteln.
  • Achten Sie darauf, dass Sie auch in der digitalen Welt den Überblick über Ihre Finanzen nicht verlieren. Vermeiden Sie Online-Shopping aus Frust oder zum Zeitvertreib.