Mein Kind möchte sich nicht anziehen...

«Wenn wir es morgens eilig haben und ich zur Arbeit muss, gibt es oft Diskussionen mit unserer dreijährigen Tochter. Je weniger Zeit wir haben, umso trotziger reagiert sie. Was kann ich tun, damit wir schneller und ohne Ärger aus dem Haus kommen?»  

K. M. 34 Jahre 

Antwort von der Mütter- und Väterberatung

Ja, pressieren mit einem Kleinkind ist schwierig und Zeitdruck bringt das noch stärker zum Ausdruck. Ein kleiner Trost, auch andere Eltern erleben solche Szenen. Ein einfaches Mittel ist, genügend Zeit einzuplanen und gelassen zu bleiben. So hat Ihr Kind beispielsweise auch die Möglichkeit, sich allein anzuziehen oder mitzubestimmen, was es anziehen möchte. Sollten Sie befürchten, dass es alles kunterbunt mischt, geben Sie ihm eine Auswahl vor, aus der es frei wählen darf, was ihm am besten gefällt. 

Falls es mit dem Anziehen gut geklappt hat, darf es vielleicht noch eine Weile spielen. Kündigen Sie jedoch rechtzeitig an, dass es bald aufhören muss. Oder stellen Sie einen Wecker ins Zimmer und erklären Sie Ihrer Tochter, dass die Spielzeit um ist, sobald es klingelt. Wenn Sie vermeiden, dass Ihr Kind plötzlich und unvermittelt aus dem Spiel gerissen wird, entspannt sich vieles. 

Ein einfaches Mittel, ist, genügend Zeit einzuplanen und gelassen zu bleiben.

Wahrscheinlich kommen Ihnen auch diese Szenen bekannt vor: Sie haben einen Termin, den Sie einhalten müssen, doch Ihr Kind wirft sich schreiend auf den Boden. Es möchte die Jacke nicht anziehen oder nicht weggehen. Im Idealfall haben Sie einen Moment Zeit und können warten, bis der Wutanfall vorbei ist. Beruhigt sich Ihr Kind nicht gleich, erklären Sie ihm ruhig, aber bestimmt, dass Sie ihm nun die Jacke anziehen und nachher miteinander aus dem Haus gehen. Nach und nach lernt Ihr Kind, dass es Tage gibt, an denen es lange spielen oder im Pyjama sein darf, aber auch Tage, an denen die Familie sich an einen Zeitplan halten muss.

Es ist kalt und es regnet, doch Ihr Kind will ohne Jacke und mit Sandalen los. Wenn die Zeit reicht, lassen Sie es kurz raus, damit es merkt, wie schnell Füsse in Sandalen nass und kalt werden und dass es ohne Jacke friert. Nachher kann es die Regenjacke und die Gummistiefel anziehen und trockenen und warmen Füssen in Pfützen springen.

In angespannten Situationen ist es von Vorteil, wenn Sie mit Ihrem Kind auf Augenhöhe kommunizieren. Fragen Sie nach, ob es Ihre Erklärungen verstanden hat? So gibt es weniger Missverständnisse und Sie können sich eher auf Abmachungen berufen.

Haben auch Sie Fragen?

Die Mütter- und Väterberaterinnen bei Pro Juventute beantworten per Telefon und Chat von Montag bis Freitag (19 bis 22 Uhr) und am Samstag (9 bis 11 Uhr) Fragen, die sich um Ihren Alltag mit Babys und Kleinkindern bis zum fünften Geburtstag drehen. Das Angebot ist eine Kooperation mit regionalen Mütter- und Väterberatungsstellen. Mehr Informationen zum Angebot.

Jetzt spenden