Familie & Gesellschaft

Corona: So können Familien ihren Alltag gestalten

In der ganzen Schweiz sind die Schulen geschlossen. Musikstunden, Sporttrainings und alle organisierten Freizeitaktivitäten für Kinder sind abgesagt. Für Familien in der Schweiz fällt die gewohnte Alltagsstruktur auf einen Schlag weg. Bei Kindern und Eltern sorgt das für Verunsicherung. Tipps, um den Tagesablauf zu Hause zu planen.
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Mutter betreut gleichzeitig ihr Kind im Homeoffice. Tipps für einen strukturierten Alltag in Zeiten von Corona.

Wichtig ist, dass Eltern es trotz Corona schaffen, ihrem Familienleben auch in den kommenden Wochen Struktur zu geben – für sich selbst, aber vor allem auch für die Kinder. Fixpunkte im Tagesverlauf geben Familien Sicherheit, sie strukturieren Übergänge und sind wichtig für die Orientierung. Denn Kinder sind auf Verlässlichkeiten angewiesen. Zu wissen, was im Tagesablauf als nächstes passiert, gibt ihnen den nötigen Halt.

Corona: Neue Alltagsstrukturen finden

Als Eltern können Sie Ihre Kinder unterstützen, indem sie in dieser Ausnahmesituation gemeinsam neue Alltagsstrukturen finden und definieren. Setzen Sie sich dabei nicht unnötig unter Druck. Denn diese neue Struktur kann nicht dieselbe sein, wie vor dem Ausbruch der Pandemie. Das ist nicht möglich und macht nichts. Es ist zum Beispiel nicht schlimm, wenn der Medienkonsum Ihrer Kinder während dieser Ausnahmesituation im Vergleich zum normalen Alltag leicht höher ist. Machen Sie Ihren Kindern aber von Anfang an bewusst, dass sich das wieder ändern wird, sobald sich die Lage normalisiert hat. Idealerweise beziehen Sie das Kind bei solchen Entscheiden mit ein.

Verschiedene Belastungen meistern 

In den kommenden Wochen sind viele Eltern dreifach belastet. Neben der Arbeit im Home-Office müssen sie Home-Schooling betreiben und die Betreuung der Kinder gewährleisten. Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie in dieser schwierigen Situation alles im Griff haben. Es muss und wird nicht alles perfekt laufen. 

Tagesablauf gemeinsam gestalten

Das Coronavirus bietet Familien die Chance, ihren Alltag gemeinsam zu gestalten. Beziehen Sie Ihre Kinder ein und nutzen Sie die Fähigkeiten aller Familienmitglieder. Überlegen Sie miteinander, wie der Tagesablauf aussehen könnte. Definieren Sie Fixpunkte, an denen Sie und Ihre Kinder sich orientieren können, wie zum Beispiel:

  • Aufgabenplan für die Schule festlegen 
  • Zeitfenster für den Medienkonsum bestimmen 
  • Momente für das gemeinsame Spiel einplanen
  • Zeiträume definieren, um sich selbstständig in der Wohnung oder im Freien zu beschäftigen
  • Gemeinsam kochen und aufräumen
  • Gemeinsam die Mahlzeiten einnehmen

Familienprojekte angehen

Vielleicht finden Sie jetzt auch Zeit, mit Ihren Kindern lang geplante Projekte umzusetzen. Zum Beispiel den Keller oder Estrich aufzuräumen, im Garten zu arbeiten oder die Fahrräder für den Frühling herzurichten.

Ein Stück Normalität wahren

In Zeiten von «Social Distancing» sind soziale Kontakte für Kinder besonders wichtig. Sie brauchen diese, um psychisch stabil und gesund zu bleiben. Obwohl sich Kinder im Rahmen der momentan geltenden Verhaltens- und Hygieneregeln in kleinen, definierten Gruppen in der Nachbarschaft noch sehen dürften, sind viele Eltern verunsichert. Das Risiko ist ihnen zu gross. Um auf Nummer sicher zu gehen, suchen viele Familien nach digitalen Möglichkeiten, damit ihre Kinder trotzdem vernetzt sind und weiterhin gemeinsam lernen und spielen können. So wie den Kontakt mit Grosseltern, Gotte und Götti, pflegen immer mehr Kinder nun vermehrt auch den Austausch mit Freundinnen und Freunden und Klassenkameraden über digitale Kanäle. Auch ein kurzer Schwatz über den Gartenzaun oder eine Kaffeepause von Balkon zu Balkon sind wohltuende Alternativen für Gross und Klein. Unterstützen Sie Ihr Kind bei der Ideensuche oder, wenn es Hilfe braucht.

Wenn Sie selber an ihre Grenzen stossen, unsicher sind oder Fragen haben, ist die Elternberatung von Pro Juventute rund um die Uhr und kostenlos für Sie da.