Die Elternbriefe: Kompetente Unterstützung für Eltern im Erziehungsalltag

Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Doch das ist nicht immer leicht: Die enorme Flut an Informationen vergrössert die Unsicherheit. Die Elternbriefe von Pro Juventute bestärken Mütter und Väter in ihrem Elternsein, wecken Verständnis für die Bedürfnisse des Kindes, geben Sicherheit bei der Erziehung und bieten Orientierung beim Zusammenleben.

Praxisorientierte Tipps und Informationen zum richtigen Zeitpunkt und den Entwicklungsschritten des Kindes angepasst.

Die Pro Juventute Elternbriefe sind seit über 40 Jahren eine wichtige Stütze für mehr als 65’000 Mütter und Väter, die zum ersten Mal Eltern werden. Sie enthalten wichtige Informationen und praxisorientierte Tipps rund um die Themen «Pflege», «Ernährung», «Erziehung», «Entwicklung des Kindes», «Mutter-Vaterrolle» sowie «Partnerschaft» und «Kinderbetreuung». Die Pro Juventute Elternbriefe begleiten Mütter und Väter vom 1. bis zum 6. Lebensjahr ihres Kindes.

Die Pro Juventute «Extrabriefe» widmen sich speziellen Themen wie zum Beispiel «Grosseltern», «Trotzalter», «Teenager» und «Familie und Beruf».

Die Sonderreihe «Unser Kind – 1. bis 6. Lebensjahr» für Mütter und Väter mit Migrationshintergrund ist in 7 verschiedenen Sprachen erhältlich. Die einfach lesbaren Informationen kombinieren die Muttersprache der Eltern mit Deutsch oder Französisch.

Die Publikation «Wenn (d)ein Vater oder (d)eine Mutter psychische Probleme hat», unterstützt Familien, bei denen ein Elternteil psychische Probleme hat.

Wichtige Themen für Ersteltern zum Zusammenleben mit ihrem Kind

Wie kann ich mein Kind vor Krankheitserregern schützen?

Wie kann ich mein Kind vor Krankheitserregern schützen?

Krankheitskeime gehören zum Leben. Am Anfang war das Kind durch seine angeborenen Abwehrkräfte vor ansteckenden Krankheiten geschützt. Nach der Geburt verliert es diesen Schutz und baut seine eigene Abwehr auf. Fieber, Infektionen, Husten, Schnupfen oder Durchfall gehören deshalb zum Alltag.

So unangenehm solche Beeinträchtigungen für Kind und Eltern sind – sie haben ihren Sinn und ihre Bedeutung für die kindliche Gesundheit. Kinder brauchen den Kontakt und die Auseinandersetzung mit Krankheitserregern, um ihr eigenes Abwehrsystem zu entwickeln. Schirmen Sie Ihr Kind deshalb nicht unnötig vom Kontakt mit Erwachsenen und anderen Kindern ab. Menschliche Begegnungen und Wärme sind für ein Kleinkind wichtig.

Für kleine «Mundforscher» und «Mundforscherinnen» gilt: Aufgenommene Keime sind Teil der Umwelt. Die Berührung und die Auseinandersetzung mit diesen Keimen helfen Kindern beim Aufbau des Abwehrsystems. Es gibt also keinen Grund, ständig alles abzuwaschen oder aus Hygienegründen zu verhindern, dass Kinder Dinge in den Mund nehmen.

Was soll ich tun, wenn mein Kind krank ist?

Was soll ich tun, wenn mein Kind krank ist?

Bei kleinen Kindern treten in der Regel noch keine klassischen Kinderkrankheiten auf, sondern vor allem Infektionen der Atemwege und der Verdauungsorgane. Sie werden es schnell merken: Ihr Kind weint mehr, mag nichts essen, ist anders als sonst. Wenn es zum ersten Mal krank ist, kann das die Eltern ganz schön beunruhigen. Doch das ist normal. Schliesslich fehlt Ihnen die Erfahrung, um Erkrankungen richtig einzuschätzen.

Nach jeder Krankheit werden Sie ein Stück routinierter mit der Situation umgehen. Für die Entwicklung des Immunsystems ist der Kontakt mit Krankheitserregern wichtig. Viele Eltern machen zudem die Beobachtung, dass ihr Kind nach einer Krankheit in seiner Entwicklung ein grosses Stück weitergekommen ist.

Ist Ihr Kind krank, ist es wichtig, dass Sie erst einmal Ruhe bewahren. Denn Nervosität und Angst übertragen sich auf die kleinen Patienten und beeinflussen das Wohlbefinden. Wenn Sie sich unsicher fühlen und sich Sorgen machen, rufen Sie lieber einmal mehr als einmal weniger den Kinderarzt oder die Kinderärztin an. Sie können sich entspannter um Ihr krankes Kind kümmern, wenn Sie durch die ärztliche Auskunft beruhigt sind.

Was soll ich tun, wenn mein Kind Fieber hat?

Was soll ich tun, wenn mein Kind Fieber hat?

Fieber kann eine wichtige Reaktion des Körpers auf gewisse Krankheitserreger sein. Messen Sie die Körpertemperatur im After. Das ist nach wie vor die zuverlässigste Methode, um die Körpertemperatur exakt zu messen. Als Fieber gelten Temperaturen über 38,5 Grad. Von 37,5 bis zu 38,5 Grad handelt es sich um erhöhte Temperatur.

Erschrecken Sie nicht, wenn das Thermometer 40 Grad oder mehr anzeigt: Kinder haben viel schneller viel höheres Fieber als Erwachsene. Ob Sie den Arzt oder die Ärztin beiziehen sollen, hängt weniger vom Fieber ab. Viel wichtiger ist der Allgemeinzustand. Wenn Ihr Kind trotz Fieber trinkt, nicht erbricht, keinen Durchfall hat, weiterhin spielt und nicht apathisch ist, besteht kein Anlass zur Sorge.

Ist der Allgemeinzustand reduziert oder trinkt Ihr Kind nicht mehr, sollten Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt konsultieren – egal wie hoch das Fieber ist. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind habe nicht nur Fieber, sondern auch Schmerzen, sollten Sie ebenfalls Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Vielleicht hat es eine Ohrenentzündung oder eine ähnliche Erkrankung.

Hat Ihr Kind hohes Fieber, können Sie das Fieber mit Wickeln senken – sofern Ihr Kind warme Beine und Füsse hat und diese Behandlung mag. Tauchen Sie einen Gazewickel in kühles Wasser, dem Sie ein wenig Essig oder Zitronensaft beigegeben haben. Drücken Sie die Windel aus und wickeln Sie diese um die Wade und den Fuss Ihres Kindes. Umwickeln Sie die Windel mit einem Frottee- oder Wolltuch.

Falls sich die Füsse nach etwa zehn Minuten noch immer heiss anfühlen, erneuern Sie den Wickel. Kontrollieren Sie anschliessend die Temperatur mit dem Fiebermesser. Manchmal geht es trotzdem nicht ohne fiebersenkende Medikamente. Geben Sie solche Medikamente aber nur, wenn Sie vom Arzt oder von der Ärztin verschrieben wurden.

Eine harmlose Erkrankung, die typischerweise im ersten Lebensjahr auftritt, ist das «Dreitagefieber». Das Kind hat drei Tage hohes Fieber ohne weitere Symptome. Wichtig ist, dass Ihr Kind während dieser Zeit genügend trinkt. Nach dem Abklingen des Fiebers kann sich am Körper kurzzeitig ein feiner Ausschlag zeigen.

Es gibt Kinder, die im Zusammenhang mit hohem Fieber plötzlich kurz das Bewusstsein verlieren und mit Armen und Beinen zucken. Ein solcher Fieberkrampf ist eine Art ungefährlicher epileptischer Anfall, der Eltern sehr ängstigen kann. Wenn es bei Ihrem Kind zu einem Fieberkrampf kommt, sollten Sie Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt kontaktieren.

Ob am Telefon oder in der Praxis: Alle medizinischen Fachperson sind Ihnen dankbar, wenn Sie genaue Angaben über die Höhe und die Dauer des Fiebers machen und wissen, ob das Kind trinkt oder nicht. Am besten schreiben Sie alle Informationen auf. Notieren Sie auch Ihre Fragen. Denn oft gehen sie in der Aufregung vergessen.

Warum weinen Säuglinge?

Warum weinen Säuglinge?

Weinen und Schreien ist die erste Form, mit der sich Kleinkinder bemerkbar machen. Die meisten Kinder kommen mit einem Schrei auf die Welt. In den ersten Lebenswochen und -monaten gehört das Weinen zum Alltag. Durch das Weinen bringt das Kind zum Ausdruck, dass es etwas braucht. Babys sind verschieden, auch was das Weinen und Schreien anbelangt. Das eine schreit viel, das andere wenig. Hat das eine Kind eine durchdringende Stimme, weint das andere still und heimlich vor sich hin.

Am Anfang ist es nicht immer einfach, herauszufinden, was das Baby braucht. Mit der Zeit werden Sie frühzeitig erkennen, was Ihr Kind benötigt – und dadurch manches Weinen unterbinden.

Weint Ihr Kind, sollten Sie in erster Linie Ruhe bewahren und kurz überlegen, was der Grund für das Weinen sein könnte. Oft helfen schon ein paar tröstende Worte, eine Berührung mit der Hand, ein sanftes Schaukeln in den Armen. Allerdings wird es immer Situationen geben, in denen alle möglichen Beruhigungsversuche wie «Nuggi», Brust, Schoppen, wickeln, herumtragen, singen und liebkosen nichts nützen.

Das kann die Nerven manchmal ganz schön strapazieren. Atmen Sie in so einem Moment tief durch und denken Sie daran: Kleine Kinder weinen nie grundlos oder aus Trotz und schon gar nicht, um Sie zu ärgern. Oft dient das Weinen bloss dem Abbau von inneren Spannungen. Vielleicht müssen Sie das auch einmal Ihren Nachbarn erklären, wenn diese auf das Schreien Ihres Kindes mit Unverständnis reagieren.

Soll ich mein Kind stillen oder schöppeln?

Soll ich mein Kind stillen oder schöppeln?

Ob Stillen oder «Schöppeln» – beides ist weit mehr als bloss Nahrungsaufnahme. Die Nähe Ihres Körpers und die Wärme Ihrer Haut verschaffen dem Kind Wohlbehagen und Geborgenheit. Es gibt viele gute Gründe, die für das Stillen sprechen. Wenn Sie sich trotzdem für die Ernährung mit der Flasche entscheiden (oder entscheiden müssen), sollten Sie sich nicht mit Schuldgefühlen belasten-Körperwärme, Zärtlichkeit und Nähe können Sie Ihrem Kind auch beim Schöppeln schenken.

Stillen und Schöppeln lassen sich auch gut miteinander kombinieren. Wenn es Ihnen zum Beispiel Mühe macht, dem Kind in aller Öffentlichkeit die Brust zu geben, oder wenn Sie nach dem Mutterschaftsurlaub wieder berufstätig sein wollen oder sein müssen, können Sie die Muttermilch auch abpumpen. So kann Ihr Baby die Muttermilch aus der Flasche trinken. Ihre Still- oder Mütterberaterin hilft Ihnen gerne weiter.

Stillen oder Schöppeln ist eine ganz persönliche Entscheidung, die von der eigenen Einstellung und von den Lebensumständen abhängt. Entscheiden Sei sich für die Variante, die Ihnen und Ihrem Kind behagt.

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