Familie & Gesellschaft

Mehr Weihnachtsstimmung statt Weihnachtsrummel

Weihnachten weckt Erinnerungen, löst Erwartungen aus und steckt voller Emotionen. Doch die Corona-Pandamie bewirkt, dass wir die Weihnachtszeit anders gestalten müssen. Gedanken zum Umgang mit Traditionen, Hektik und dem Wunsch nach Vergangenem.
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Weihnachten feiern mit Kindern, Tipps für Eltern.

In den vergangenen Jahren hatten viele Leute in der Vorweihnachtszeit den Wunsch, dem Rummel entgegenzuwirken. Nun sollten wir uns wegen der angespannten Situation zurückhalten und vermissen womöglich sogar die Adventshektik. Denn Kinder haben Wünsche und hoffen, dass diese an Weihnachten in Erfüllung gehen. Vielleicht achtet man in diesem Jahr vermehrt darauf, Dinge zu schenken, die zur momentanen Situation passen. Weil das Virus bedingt, dass wir öfter zu Hause sind, haben Spielsachen, Bastelutensilien, Lesestoff und Gemeinschaftsspiele einen neuen Stellenwert erhalten. Zeit miteinander zu verbringen, ist wichtiger denn je. 

Grundsatzfragen stellen

Was macht Weihnachten aus? Sind es Bräuche und Traditionen, die in dieser Zeit gepflegt werden oder stehen Geschenke im Mittelpunkt? Geschäfte haben auf das Weihnachtsangebot gehofft und bangen nun um ihre Existenz. Ein verlockendes Spielparadies weckt Bedürfnisse bei den Kindern und soll Eltern, Grosseltern, Gotte und Götti zum Schenken anregen. Doch will man sich in dieser angespannten Lage zum Kaufen verführen lassen? Vielleicht nutzt man diese Gelegenheit, um die Weihnachtstage anders zu gestalten.

Erinnerungen begleiten

In der Vorweihnachtszeit werden Erwachsene gerne sentimental. Man erinnert sich an die Guetzlidüfte, die in der eigenen Kinder- und Jugendzeit das Haus füllten. Auch die geschmückte Stube, als man selber noch klein war, die prickelnde Vorfreude und die fast unerträgliche Spannung auf das Weihnachtsfest, sind auf einmal präsent. Vielleicht fragt man sich auch, ob Weihnachten, durch die alltägliche Hektik und den Konsumrummel, seinen Glanz verloren hat. Es lohnt sich, in der Familie bewusst Traditionen zu pflegen, die man als wichtig erachtet. So vermittelt man Kindern, dass nicht nur Geschenke zählen, sondern auch festliche Stimmungen, weihnächtliche Lichter, Weihnachtsmusik einen besonderen Reiz ausüben

Weihnachtsrituale pflegen

Kinder sind empfänglich für Weihnachtsrituale, die sich jedes Jahr wiederholen: Ungeduldig warten bis das Glöckchen erklingt und sich die Türe zur Weihnachtsstube endlich öffnet. Gemeinsam singen und musizieren, immer die gleiche Geschichte hören, die Papa am Weihnachtsabend stets so enthusiastisch erzählt, sich auf das Weihnachtsmenü freuen, dass einfach dazugehört. Solche Erinnerungen bleiben haften und werden oft an die eigenen Kinder weitergegeben. Warum also nicht wieder mehr Zeit für Rituale aufwenden und den Mut aufbringen, Weihnachten so zu gestalten wie es für die eigene Familie passt?

Was Eltern tun können – vier Tipps

  • Weihnachten ist eine Gelegenheit, sich als Familie zu überlegen, welche Werte man vermitteln und welche Traditionen man pflegen möchte.
  • Wenn Kinder erleben, dass nicht nur Geschenke zählen, sondern festliche Stimmungen, weihnächtliche Lichter, Weihnachtsmusik ebenfalls einen besonderen Reiz ausüben.
  • Kinder sind empfänglich für Weihnachtsrituale, die sich jahrein jahraus wiederholen. Gemeinsam singen und musizieren, immer die gleiche Geschichte hören, sich auf das Weihnachtsmenü freuen sind Erinnerungen, die haften bleiben.
  • Es lohnt sich, mehr Zeit für Rituale aufzuwenden und Weihnachten wieder so zu gestalten, dass es für die eigene Familie passt.