Verbesserung der psychischen Gesundheit

Zu viele Kinder und Jugendliche leiden in der Schweiz an einer psychischen Krankheit. Wir setzen uns deshalb für die Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein. Es geht um eine Stärkung der Prävention, eine Verbesserung der Früherkennung von psychischen Erkrankungen und einen Ausbau des Beratungs- und Behandlungsangebots für Betroffene und Angehörige.

In die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen investieren lohnt sich

  • Zu viele Kinder und Jugendliche leiden in der Schweiz an einer psychischen Krankheit. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren sogar noch gestiegen. 
  • Besonders problematisch ist das, weil Kinder und Jugendliche das wichtigste Kapital für die Zukunft der Schweiz sind. 
  • Menschen, die psychisch gesund sind, meistern das Leben selbstbestimmter. Sie haben deutlich bessere Berufschancen, sind widerstandsfähiger und weniger auf Unterstützung angewiesen, nicht zuletzt auf staatliche. Dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche sich psychisch gesund entwickeln können, lohnt sich deshalb in vielerlei Hinsicht. 
  • Pro Juventute setzt sich für die Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz ein. Handlungsbedarf besteht bei der Prävention, bei der Früherkennung von psychischen Erkrankungen, die es erlaubt, rechtzeitig zu intervenieren, und beim Beratungs- und Behandlungsangebot für Betroffene und Angehörige, das ausgebaut werden muss.

Psychisch gesunde Kinder und Jugendliche sind das wichtigste Kapital für die Zukunft der Schweiz, denn wer psychisch gesund ist, meistert das Leben selbstbestimmter, ist widerstandsfähiger und weniger auf Unterstützung angewiesen, nicht zuletzt auf staatliche. Sich für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen einzusetzen, zahlt sich deshalb aus. Ein Ausbau entsprechender Massnahmen ist in der Schweiz dringend nötig, denn psychische Krankheiten sind bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet und haben in den letzten Jahren zugenommen. Drei Viertel aller psychischen Störungen treten in jungen Jahren auf, bis zum Alter von 24, ein Viertel sogar sehr früh, nämlich bis zum Alter von 7 Jahren. Handlungsbedarf besteht in dreierlei Hinsicht: (1) bei der Prävention, die verhindert, dass psychische Störungen überhaupt auftreten, (2) bei der Früherkennung von psychischen Erkrankungen, die es erlaubt, rechtzeitig zu intervenieren, und (3) beim Beratungs- und Behandlungsangebot für Betroffene und Angehörige.

Mit Präventionsmassnahmen im Frühbereich die Kinderpsyche stärken

Kindheit und Jugend sind entscheidende Lebensphasen für die Entwicklung einer guten psychischen Grundkonstitution. Hier werden die individuellen Ressourcen angelegt, die darüber entscheiden, ob und wie gut jemand später sein Leben meistern kann. Dafür zu sorgen, dass sich Kinder und Jugendliche psychisch gesund entwickeln können, verhindert einerseits bei den Betroffenen selber viel Leid, andererseits aber auch langwierige, teils lebenslange Krankheitsgeschichten mit Folgen für das Umfeld und für die ganze Gesellschaft. Zwar liegt einem Teil der psychischen Störungen eine genetische Prädisposition zu Grunde. Daneben sind aber auch Einflüsse aus der Umwelt für die Entstehung von psychischen Störungen verantwortlich. Das grösste Potenzial zu deren Verminderung besteht im Frühbereich. Kinder, die in einem guten sozialen Umfeld aufwachsen, die ein positives Selbstbild entwickeln und von Familie sowie Betreuungspersonen gefördert und unterstützt werden, haben bessere Aussichten, psychisch gesund und widerstandsfähig ins Erwachsenenleben zu starten. Gewalterfahrungen, Krankheit, Armut, ökonomische und soziale Benachteiligung oder Diskriminierung sowie Stress und Leistungsdruck belasten dagegen die psychische Gesundheit von Kindern massiv. Wirksame Prävention setzt auf beiden Seiten an, bei den Schutz- und bei den Risikofaktoren.

Pro Juventute fordert Massnahmen zur Förderung von Schutzfaktoren, die die gesunde psychische Entwicklung der Kinder unterstützen, und zur Verminderung von Risikofaktoren wie Gewalterfahrungen und übermässigem Leistungsdruck.

Früherkennung erhöht den Therapieerfolg und spart hohe Folgekosten

Treten psychische Störungen auf, werden sie bei Kindern und Jugendlichen in vielen Fällen erst spät erkannt. Die Zeitspanne zwischen dem erstmaligen Auftreten einer psychischen Krankheit und der ersten Behandlung beträgt im Durchschnitt ganze zwölf Jahre. Das ist eine viel zu lange Zeitspanne, wenn man bedenkt, dass die Erfolgschancen einer Behandlung bei psychischen Krankheiten umso grösser sind, je früher die Störung erkannt und behandelt wird. Alarmierend sind in diesem Zusammenhang die hohen Suizid- und Suizidversuchsraten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz. Mögliche psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen rechtzeitig zu erkennen und von allfälligen altersgerechten Verhaltensauffälligkeiten zu unterscheiden, ist also zentral für den Behandlungserfolg. Durch rechtzeitige Intervention und erfolgreiche Therapie liesse sich in vielen Fällen auch verhindern, dass sich psychische Störungen und Krankheiten so stark verfestigen, dass jemand ein Leben lang daran zu leiden hat. Früherkennungsmassnahmen lohnen sich dann auch, weil sich damit hohe gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Folgekosten von psychischen Krankheiten vermeiden liessen. 

Pro Juventute fordert eine Verbesserung der Früherkennung von psychischen Krankheiten und einen Ausbau der Angebote zur Frühintervention.

Bessere Bedingungen für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen

Kinder und Jugendliche, die an einer psychischen Erkrankung leiden, sind darauf angewiesen, möglichst rasch Zugang zu geeigneten Unterstützungs- und Behandlungsangeboten zu erhalten. Auch hier gilt: Je früher die Intervention, desto grösser die Erfolgsaussichten. Dabei muss sich die Behandlung an Würde und Rechten des Kindes orientieren und beispielsweise eine altersgerechte Mitsprache gewährleistet sein. Der gestiegene Bedarf an Therapien und Beratungen für Kinder und Jugendliche kann aber mit dem bestehenden Angebot nicht gedeckt werden. Es besteht in der Schweiz eine deutliche Unter- und Fehlversorgung in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Gesundheitsversorgung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen. Obwohl sie auf rasche Behandlung angewiesen wären, müssen sie häufiger und länger auf einen Therapieplatz, eine Abklärung oder eine Behandlung warten als Erwachsene, und zwar in allen Regionen der Schweiz. Diese massiven Unterkapazitäten führen unter anderem dazu, dass Kinder und Jugendliche völlig unangemessen in Einrichtungen für Erwachsene platziert werden.

Pro Juventute fordert die Schaffung eines ausreichenden Angebots in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Grundversorgung für Kinder und Jugendliche.

Neben der politischen Arbeit engagiert sich Pro Juventute auch in ihren Programmen im Bereich der psychischen Gesundheit, präventiv z.B. mit den Elternbriefen oder den betreuten Ferienangeboten und in der Intervention mit der Beratung + Hilfe 147.

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